15. Aufschub der verlangten Darlegung.
Chäremon: Es ist zwar die größte Gottseligkeit und ein besonderes Verdienst, jene Liebe, durch die wir Gott anhängen, beständig zu lernen oder zu lehren, so daß die Betrachtung derselben nach dem Ausspruche des Psalmensängers alle Tage und Nächte unseres Lebens einnehme und unsern Geist, der unersättlich hungert und dürstet nach Gerechtigkeit, mit der immerwährenden Benützung dieser himmlischen Speise erhalte. Aber wir müssen auch nach dem Beispiele der so liebevollen Vorsorge unseres Erlösers für Das Thierlein, nemlich unsern Leib, sorgen, damit es nicht erliege auf dem Wege. Denn „der Geist ist zwar willig, aber Das Fleisch ist schwach.“ 1 Das muß also auch jetzt durch Aufnahme von etwas Speise gepflegt werden, damit nach der Erfrischung der Geist um so eifriger sei zur genauern Erforschung dessen, was ihr verlangt.
Matth. 26, 41. ↩
