VII. KAPITEL. Von Licht, Feuer, Leuchtkörpern, Sonne, Mond und Sternen.
Das Feuer ist eines der vier Elemente, leicht und mehr aufwärtsstrebend als die andern, brennend und leuchtend zugleich, am ersten Tage vom Schöpfer geschaffen. Es sagt ja die göttliche Schrift: „Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht 1.“ Das Feuer ist nicht, wie einige sagen, etwas anderes als das Licht. Andere behaupten, es (═ das Licht) sei das kosmische Feuer über der Luft, das sie Äther nennen. Im Anfang also oder am ersten Tag schuf Gott das Licht, den Schmuck und die Zierde der ganzen sichtbaren Schöpfung. Denn, nimm das Licht weg, und alles bleibt in der Finsternis unerkennbar, es kann seine Schönheit nicht zeigen. „Es nannte aber Gott das Licht Tag, die Finsternis aber nannte er Nacht 2.“ Finsternis ist keine Wesenheit (Substanz), sondern ein Akzidens, denn sie ist Beraubung des Lichtes. Die Luft besitzt ja nicht in ihrer Wesenheit das Licht. Gerade das Lichtberaubtsein der Luft also nannte Gott Finsternis. Und nicht die Wesenheit der Luft ist Finsternis, sondern die S. 57 Beraubung des Lichtes. Dies zeigt doch viel mehr ein Akzidens als eine Wesenheit an. Es ward aber nicht zuerst die Nacht, sondern der Tag genannt. Daher ist zuerst der Tag und danach die Nacht. Es folgt also die Nacht dem Tag, und von Beginn des einen Tages bis zum andern ist ein Tag und eine Nacht (═ ein Tag). Es sagt ja die Schrift: „Und es ward Abend und es ward Morgen, ein Tag 3.“
In den drei Tagen also, da auf den göttlichen Befehl das Licht sich ausbreitete und zusammenzog, ward der Tag und die Nacht. Am vierten Tage aber schuf Gott die große Leuchte oder die Sonne, auf daß sie den Tag beherrsche und regiere 4 — denn durch sie wird der Tag bewirkt; Tag ist es nämlich, wenn die Sonne über der Erde ist, und eine Tagesdauer ist der Lauf der Sonne über der Erde vom Aufgang bis zum Untergang —, und die kleinere Leuchte oder den Mond und die Sterne, um die Nacht zu beherrschen und zu regieren und sie zu erleuchten 5. Nacht ist es, wenn die Sonne unter der Erde ist, und eine Nachtdauer ist der Lauf der Sonne unter der Erde vom Untergang bis zum Aufgang. Der Mond und die Sterne also sind bestimmt, die Nacht zu erleuchten; nicht als ob sie bei Tag stets unter der Erde wären — es sind ja auch bei Tag Sterne am Himmel über der Erde —, aber die Sonne verbirgt diese zugleich und den Mond durch ihren helleren Glanz und läßt sie nicht scheinen.
Diesen Leuchten hat Gott das erstgeschaffene Licht (═ Urlicht) gegeben, nicht als ob es ihm an anderem Licht gebrochen, sondern damit jenes Licht nicht unnütz bleibe. Denn Leuchte (Leuchtkörper) ist nicht das Licht selbst, sondern ein Lichtträger.
Zu diesen Leuchten zählen die sieben Planeten. Sie sollen eine dem Himmel entgegengesetzte Bewegung haben. Darum hat man sie Planeten genannt. Denn der Himmel, sagt man, bewege sich von Aufgang gegen Untergang, die Planeten dagegen von Untergang gegen S. 58 Aufgang, der Himmel aber trage durch seine schnellere Bewegung die sieben Planeten mit sich. Die Namen der sieben Planeten sind folgende: Mond, Merkur, Venus, Sonne, Mars, Jupiter, Saturn. In jeder Himmelszone aber befinde sich einer von den sieben Planeten:
In der ersten oder der obersten der Saturn. ♄ In der zweiten der Jupiter. In der dritten der Mars. ♂ In der vierten die Sonne. ☌ In der fünften die Venus. ♀ In der sechsten der Merkur. ☿ In der siebten und untersten der Mond. ☾
Sie nehmen unaufhörlich ihren Lauf ein, wie ihn der Schöpfer ihnen bestimmt hat, und so, wie er sie gegründet hat — nach dem Worte des göttlichen David: „Mond und Sterne, die du gegründet hast 6.“ Denn durch den Ausdruck: „Du hast gegründet“ bezeichnete er das Feste und Unveränderliche der ihnen von Gott gegebenen Ordnung und Stellung. Denn er bestimmte sie „zu Zeiten und Zeichen, zu Tagen und Jahren 7“. Durch die Sonne werden nämlich die vier Jahreszeiten bestimmt. Die erste ist der Frühling. Denn in ihr hat Gott alles geschaffen. Das beweist der Umstand, daß in ihr bis heute noch das Sprossen der Blüten vor sich geht. Sie ist auch die Zeit der Tag- und Nachtgleiche. Sie macht sowohl den Tag wie die Nacht zwölf Stunden lang. Sie wird durch den mittleren Aufgang der Sonne bestimmt, ist gemäßigt, blutmehrend, warm und feucht, hält sich in der Mitte zwischen Winter und Sommer, ist wärmer und trockener als der Winter, kälter und feuchter aber als der Sommer. Diese Zeit erstreckt sich vom 21. März bis zum 24. Juni. Dann, wenn sich der Aufgang der Sonne gegen die nördlicheren Teile erhebt, folgt die Sommerzeit. Sie hält die Mitte zwischen dem Frühling und dem Herbst: vom Frühling hat sie die Wärme, vom Herbst aber die Trockenheit. Denn sie ist warm und trocken und vermehrt die gelbe Galle. Sie hat den längsten Tag von fünfzehn Stunden und die kürzeste S. 59 Nacht mit einer Dauer von neun Stunden. Sie reicht vom 24. Juni bis zum 25. September. Dann, wenn die Sonne wieder zum mittleren Aufgang zurückkehrt, löst die Herbstzeit die Sommerzeit ab, sie hält gewissermaßen die Mitte zwischen Kälte und Wärme, Trockenheit und Feuchtigkeit, und sie hält sich in der Mitte zwischen Sommer und Winter: vom Sommer hat sie die Trockenheit und vom Winter die Kälte. Denn sie ist kalt und trocken und vermehrt die schwarze Galle. Sie ist wiederum die Zeit der Tag- und Nachtgleiche, an ihr hat sowohl der Tag wie die Nacht zwölf Stunden. Sie reicht vom 25. September bis zum 25. Dezember. Steigt aber die Sonne zum kleinsten und niedrigsten oder zum südlichen Aufgang hinab, dann kommt die Winterszeit. Sie ist kalt und feucht und hält die Mitte zwischen der Herbst- und Frühlingszeit: von der Herbstzeit hat sie die Kälte, von der Frühlingszeit besitzt sie die Feuchtigkeit. Sie hat den kürzesten Tag von neun Stunden und die längste Nacht von fünfzehn Stunden. Sie vermehrt das Phlegma. Sie reicht vom 25. Dezember bis zum 21. März. Weise hat der Schöpfer vorgesorgt, daß wir nicht durch den Übergang von der höchsten Kälte oder Wärme oder Nässe oder Dürre zum äußersten Gegenteil in schwere Krankheit fallen. Als gefährlich erkennt nämlich die Vernunft die plötzlichen Übergänge.
So bewirkt also die Sonne die Jahreszeiten und durch sie das Jahr, ebenso die Tage und die Nächte: erstere, indem sie aufgeht und über der Erde steht, letztere, indem sie unter die Erde sinkt. Und sie überläßt und übergibt den andern das Leuchten, dem Mond und den Sternen das Licht.
Sie sagen aber auch, es seien am Himmel zwölf Sternbilder, die eine der Sonne und dem Monde und den fünf andern Planeten entgegengesetzte Bewegung haben, und durch die zwölf Sternbilder gingen die sieben [Planeten]. Die Sonne nun vollendet in jedem Sternbild einen Monat und durchwandert in den zwölf Monaten die zwölf Sternbilder. Die Namen der zwölf Sternbilder und deren Monate sind folgende:
Der Widder ♈ nimmt die Sonne am 21. März auf. Der Stier ♉ am 23. April. S. 60 Die Zwillinge ♊ am 24. Mai. Der Krebs ♋ am 24. Juni. Der Löwe ♌ am 25. Juli. Die Jungfrau ♍ am 25. August. Die Wage ♎ am 25. September. Der Skorpion ♏ am 25. Oktober. Der Schütze ♐ am 25. November. Der Steinbock ♑ am 25. Dezember. Der Wassermann ♒ am 25. Januar. Die Fische ♓ am 24. Februar.
Der Mond ☾ aber durchwandert in jedem Monat die zwölf Sternbilder, weil er weiter unten ist und diese schneller durchläuft. Machst du einen Kreis in einem andern Kreis, so wird der innere Kreis als kleiner erscheinen. Ebenso ist auch der Lauf des Mondes, der weiter unten ist, kleiner und wird schneller vollendet.
Die Heiden behaupten nun, durch den Auf- und Untergang und das Zusammentreffen dieser Gestirne, der Sonne und des Mondes würden alle unsere Angelegenheiten gelenkt — damit beschäftigt sich die Astrologie —, wir jedoch erklären sie zwar für Zeichen von Regen und Regenmangel, Kälte und Wärme, Feuchtigkeit und Trockenheit, von Winden 8 u. dgl., aber durchaus nicht von unseren Handlungen. Wir, die vom Schöpfer einen freien Willen erhalten haben, sind ja Herren unseres Handelns. Denn wenn wir alles infolge der Bewegung der Sterne tun, dann tun wir das, was wir tun, gezwungen. Was aber gezwungen geschieht, ist weder Tugend noch Schlechtigkeit. Besitzen wir jedoch weder Tugend noch Schlechtigkeit, dann verdienen wir weder Belobungen noch Strafen. Es wird aber auch Gott als ungerecht erscheinen, wenn er den einen Güter, den anderen Drangsale gibt. Aber auch Gottes Leitung und Vorsehung werden seine Geschöpfe nicht S. 61 erfahren, wenn alles Tun und Handeln aus Zwang geschieht. Auch die Vernunft wird bei uns überflüssig sein. Denn sind wir über keine Handlung Herr, dann ist unser Überlegen überflüssig. Die Vernunft ist uns aber sicherlich zum Zwecke der Überlegung gegeben. Darum hat alles Vernünftige auch einen freien Willen 9.
Wir sagen: Sie (═ die Gestirne) sind nicht Ursachen von irgend etwas, das geschieht, weder von der Entstehung dessen, was entsteht, noch vom Untergang dessen, was vergeht, sondern vielmehr Anzeichen von Regen und Luftveränderung. Vielleicht könnte aber jemand sagen, sie seien auch von Kriegen zwar nicht Ursachen, aber doch Zeichen 10. Auch die Beschaffenheit der Luft, die von Sonne, Mond und den Sternen herrühre, bewirke so oder anders verschiedene Temperamente, Stimmungen und Zustände. Die Stimmungen gehören zu dem, was in unserer Macht liegt. Denn sie stehen, wie sich gebührt, unter der Herrschaft und Leitung der Vernunft.
Es erscheinen aber oft auch Kometen, gewisse Zeichen, die den Tod von Königen ankündigen. Diese gehören nicht zu den von Anfang geschaffenen Gestirnen (Urgestirnen), sondern sie entstehen durch den göttlichen Befehl genau zur festgesetzten Zeit und lösen sich wieder auf. Es befand sich ja auch der Stern, der zur Zeit der unsertwegen im Fleische erfolgten, menschenfreundlichen und heilbringenden Geburt des Herrn von den Magiern gesehen ward 11, nicht unter den am Anfang geschaffenen Gestirnen. Das erhellt daraus, daß er seinen Lauf bald von Aufgang nach Untergang, bald von Norden nach Süden nahm, daß er bald sich verbarg, S. 62 bald sich zeigte. Denn das liegt nicht in der Ordnung oder Natur der Gestirne.
Man muss wissen, daß der Mond von der Sonne beleuchtet wird, nicht als hätte Gott keine Mittel und Wege gewußt, um ihm eigenes Licht zu gewähren, nein, es sollte Harmonie und Ordnung, wonach der eine herrscht, der andere beherrscht wird, in die Schöpfung gelegt werden, und wir sollten lernen, einander mitzuteilen und zu geben und Untertan zu sein, zuerst dem Schöpfer und Bildner, Gott dem Herrn, dann aber den von ihm bestellten Herrschern, und nicht lange zu fragen: Warum herrscht der, ich aber nicht?, sondern alles, was von Gott ist, in dankbarer, guter Gesinnung anzunehmen.
Die Sonne und der Mond verfinstern sich. Sie beweisen dadurch den Unverstand derer, die die Schöpfung mehr als den Schöpfer verehren 12. Sie lehren, daß sie wandelbar und veränderlich sind. Alles Wandelbare aber ist nicht Gott, denn alles Wandelbare ist seiner Natur nach vergänglich.
Die Sonne verfinstert sich, wenn der Mondkörper wie eine Wand dazwischen tritt, Schatten wirft und kein Licht uns zukommen läßt. Die Größe, in der der Mondkörper erscheint, der die Sonne verbirgt, erhält auch die Verfinsterung. Wundere dich nicht, wenn der Mondkörper kleiner ist! Denn auch die Sonne gilt manchen als vielmal größer wie die Erde, den heiligen Vätern aber als der Erde gleich, und doch verbirgt oft eine kleine Wolke oder ein kleiner Hügel oder eine Wand dieselbe.
Die Verfinsterung des Mondes tritt durch den Schattenwurf der Erde ein, wenn der Mond den fünfzehnten Tag erreicht und sich ihr gegenüber in der Höhenmitte [des Erdschattens] zeigt — die Sonne unter der Erde, der Mond aber über der Erde. Denn die Erde wirft einen Schatten, und es kann das Sonnenlicht den Mond nicht beleuchten, darum verfinstert er sich.
Man muß ferner wissen, daß der Mond vom Schöpfer als Vollmond, d. h. so, wie er am fünfzehnten Tage S. 63 ist, geschaffen wurde. Denn es ziemte sich, daß er vollkommen geschaffen wurde. Am vierten Tage ward, wie gesagt, die Sonne geschaffen. Er ist also der Sonne um elf Tage voraus. Denn vom vierten Tage bis zum fünfzehnten sind elf. Deshalb haben auch in einem Jahre die zwölf Mondmonate elf Tage weniger als die zwölf Sonnenmonate. Denn die Sonnenmonate haben 365 1/4 Tage. Nimmt man nun das ein Viertel in je vier Jahren zusammen, so macht das einen Tag aus, der Schalttag heißt. Und jenes Jahr hat 366 Tage. Die Mondjahre aber haben 354 Tage. Denn der Mond wächst von der Zeit an, da er geboren oder erneuert wird, bis er 14 3/4 Tage alt ist, er nimmt allmählich bis zu 29 1/2 Tagen ab und ist dann völlig unbeleuchtet. Nun nimmt er die Sonne wieder auf und wird wiedergeboren und erneuert — er erinnert uns an unsere Auferstehung. Jedes Jahr also zahlt er die elf Tage an die Sonne ab 13. Daher ist in je drei Jahren bei den Hebräern ein Schaltmonat, und es zeigt sich, daß jenes Jahr infolge der Zulage von den [dreimal] elf Tagen dreizehn Monate hat.
Es ist klar, daß die Sonne, der Mond und die Gestirne zusammengesetzt sind und gemäß ihrer Natur der Vergänglichkeit unterliegen. Ihre Natur jedoch kennen wir nicht. Einige behaupten nun, das Feuer sei außerhalb eines Stoffes unsichtbar. Daher verschwindet es auch, wenn es erlöscht. Andere aber sagen, es verwandle sich beim Erlöschen in Luft 14.
S. 64 Der Tierkreis bewegt sich schief, er ist in zwölf Abschnitte geteilt, die Sternbilder heißen. Das Sternbild hat drei Zehnteile, dreißig Grade, der Grad hat sechzig Minuten. Es hat also der Himmel 360 Grade, die Halbkugel über der Erde 180 Grade und die unter der Erde 180.
Planetenhäuser 15.
Widder und Skorpion [sind Häuser] des Mars, Stier und Wage der Venus, Zwillinge und Jungfrau des Merkur, Krebs [ist Haus] des Mondes, Löwe der Sonne, Schütze und Fische [sind Häuser] des Jupiter, Steinbock und Wassermann des Saturn.
Höhen.
Der Widder [hat die Höhe] der Sonne, der Stier die des Mondes, der Krebs die des Jupiter, die Jungfrau die des Mars, die Wage die des Saturn, der Steinbock die des Merkur, die Fische [haben die Höhe] der Venus.
Die Gestalten (Phasen) des Mondes.
Ein Zusammentreffen (eine Konjunktion) [des Mondes mit der Sonne findet statt], wenn er in demselben Grade steht, in dem die Sonne ist. Er wächst, wenn er 15 Grade von der Sonne absteht. Er geht auf, wenn er sichelförmig erscheint, zweimal, sobald er 60 Grade entfernt ist. Er ist zweimal halbvoll bei einer Entfernung von 90 Grad, zweimal überhalbvoll bei einer Entfernung von 120 Grad, zweimal fast voll und fast ganz leuchtend bei einer Entfernung von 150 Grad, Vollmond bei einer Entfernung von 180 Grad. „Zweimal“, sagten wir, nämlich einmal beim Zunehmen und einmal beim Abnehmen. In 2 1/2 Tagen durchwandert der Mond jedes Sternbild.
Gen. 1, 3. ↩
Ebd. [Gen.] 1, 5. ↩
Gen. 1, 5. ↩
Ebd. [Ps.] 1, 16 [hebr. Ps. 1, 16]; Ps. 135, 8 [hebr. Ps. 136, 8]. ↩
Gen. 1, 16; Ps. 135, 9 [hebr. Ps. 136, 9]. ↩
Ps. 8, 4 [hebr. Ps. 8, 4]. ↩
Gen. 1, 14. ↩
So deuten die meisten altchristlichen Exegeten die Genesisstelle 1, 14: „Sie (die Leuchten) sollen Zeichen sein“, z. B. Basilius (in Hexaem. Hom. VI. 4. Migne, P. gr. 29, 125), Chrysostomus (in Genes. Hom. VI, 5. Migne, P. gr. 53, 59 - 60), Severian, Bischof von Gabala in Syrien, gest. nach 408, (Or. III, 3 in mundi creationem. Migne, P. gr. 56, 450. Zellinger, Die Genesishomilien des Bischofs Severian von Gabala, Münster 1916, S. 86). ↩
Den heidnischen Irrtum, daß die Gestirne die Geschicke und Angelegenheiten der Menschen bestimmen, hat auch Nemesius (De nat. hom. c. 35 u. 36 I. c. S. 289—298) eingehend widerlegt. ↩
Severian von Gabala läßt Krieg und Frieden in den Sternen lesen (Orat. III, 3. Migne, P. gr. 56, 450. Zellinger, a. a O. S. 86). ↩
Matth. 2, 2. Über den „Stern der Weisen“ handelt ausführlich Steinmetzer: Die Geschichte der Geburt und Kindheit Christi, Münster 1910, S. 84—109. Derselbe: Der Stern von Bethlehem, Münster 1913 (b0ibl. Zeitfrag., 6. Folge, Heft 3, S. [83―[120). ↩
Röm. 1, 25. ↩
Hier ist Severian von Gabala (Orat. III, 2. Migne, P, gr. 56, 449) Gewährsmann für Johannes. Severian selbst hat, wie Zellinger (a. a. O. S. 84 f.) nachgewiesen, Ephräm den Syrer (Opera omnia, quae exstant Graece, Syriace, Latine, ed. Petrus Benedictus I (Romae 1737) 16 D—17 E) als Quelle benützt. Nach Severian wurde der Mond als Vollmond geschaffen. Obwohl er am vierten Weltentage erst eine viertägige Sichel sein durfte, zeigte er das Bild des vierzehn Tage alten Mondes. Infolgedessen hatte er nach der Meinung Severians einen Vorsprung von elf Tagen. Dieses Mehr zahlt der Mond während des Jahres an die Sonne ab ( ἀποδίδωσι τῷ ἡλίω [apodidōsi tō hēliō]— Johannes gebraucht dieselbe Wendung). Daher komme es, daß Sonnen- und Mondjahr um elf Tage differieren. ↩
Nemes., De nat. hom., ed. Chr. F. Matthaei, Halle 1802, S. 157. ↩
Auch Planetenstationen genannt. Sie sind, wie neuere Forschungen ergeben haben, babylonischen Ursprungs und sehr alt. Sie bestehen aus mehreren auffälligeren Sternen und hatten den Zweck, den Lauf der Planeten dem Gedächtnis einzuprägen. ↩
