3. Christus ist sowohl Gott als auch Mensch.
Wir stehen im Begriff, die Begründung für dieses vorhin Erwähnte aus der Lehre der Evangelien oder der S. 68 Apostel darzutun; deswegen glauben wir alle, die gemeinsamen Glaubens sind, mahnend darauf hinweisen zu sollen, daß in demselben Bekenntnis die Erkenntnis der Ewigkeit vorhanden sein muß, in dem die Ewigkeit des Lebens besteht.
Derjenige kennt wirklich sein Leben nicht, ja, er kennt es nicht, der nicht weiß, daß Christus Jesus ebensosehr wahrer Gott wie wahrer Mensch ist. Und genau dieselbe Gefahr besteht in der Leugnung, Christus Jesus sei nicht der Geist Gottes oder sei nicht das Fleisch unserer Körperlichkeit. „Jeden also, der mich vor den Menschen bekennt, den werde auch ich vor meinem Vater bekennen, der im Himmel ist. Jeden aber, der mich vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater verleugnen, der im Himmel ist.”1
So sprach das fleischgewordene Wort, so lehrte der Mensch Jesus Christus, der Herr der Herrlichkeit. Als Mittler zum Heil der Kirche2 wurde er so in sich begründet, und eben durch dieses geheimnisvolle Amt des Mittlers zwischen Gott und den Menschen3 besteht dieses beide4 als ein (Person-) Wesen, da er vermöge der in eins verbundenen Wesenheiten beider zugleich teilhaft ist; so zwar, daß er keiner in der anderen ledig ist, damit er nicht etwa als Mensch durch die Geburt in seinem Gott-sein aufhöre, und er anderseits durch sein Gottbleiben nicht als Mensch bestehe.
Das also ist der wahre Glaube menschlicher Seligkeit, den Gott und den Menschen zu lehren, das Wort und das Fleisch zu bekennen; weder von Gott nicht zu wissen, daß er Mensch sei, noch auch vom Fleisch, daß es Gott sei.
