12. Christi Auferstehung: durch eigene Kraft ― durch Gottes Kraft.
Wenn ich mich nämlich auch darauf besinne, daß es von dem Apostel häufig auf Gott den Vater bezogen werde, Christus sei von den Toten erweckt worden,1 so befindet sich der Apostel doch nicht außerhalb des Glaubens der Evangelien und widerspricht sich auch nicht selbst,2 besonders, wo doch der Herr sagt: „Deswegen liebt mich der Vater, weil ich meine Seele hingebe, um sie wiederum anzunehmen. Niemand nimmt sie von mir, sondern ich gebe sie von mir aus hin. Macht habe ich, sie hinzugeben, und Macht habe ich, sie wiederum anzunehmen. Dieses Gebot habe ich vom Vater empfangen.”3 Oder als man von ihm forderte, er solle für den Glauben an ihn ein Zeichen vorweisen, da sagt er von dem Tempel seines Leibes: „Zerstöret diesen Tempel, und ich will ihn in drei Tagen wieder erstellen.”4 Wenn er nämlich durch die Macht, seine Seele anzunehmen, S. 79 und durch die Kraft, den Tempel zu erstellen, sich als den Gott seiner Auferweckung lehrt, aber dennoch dieses Ganze auf die Anordnung des väterlichen Befehles bezieht, so steht der Apostel ersichtlich nicht gegenteilig dazu, der Christus als die Kraft Gottes und die Weisheit Gottes verkündet, da er die ganze Erhabenheit seines Werkes deswegen auf die Herrlichkeit des Vaters bezogen habe, weil alles dasjenige Gottes Kraft und Weisheit vollzieht, was Christus vollzieht, und weil zweifelsohne Gott vollzieht, was immer Gottes Weisheit und Kraft vollzieht; und dessen Weisheit und Kraft ist doch Christus. Und endlich ist jetzt Christus durch das Wirken Gottes von den Toten erweckt worden, da er selbst die Werke Gott-Vaters in einem Wesen vollzogen hat, das von Gott nicht verschieden ist. Und der Glaube an die Auferstehung bezieht sich auf denjenigen Gott, der den Christus von den Toten erweckt hat.
