13. In Christus sind nach Paulus zwei Wesenheiten.
Diese Lehre einer zweifachen Bezeichnung für Christus hat der heilige Apostel also (dadurch) festgehalten, daß er von ihm die Schwachheit des Menschen und die Kraft und das Wesen Gottes lehrte, in seinem Wort an die Korinther: „Denn wenn er auch gekreuzigt worden ist aus Schwachheit, so lebt er doch aus Gottes Kraft.”1 Damit weist er den Tod der menschlichen Schwachheit, aber auch das Leben der Kraft Gottes auf. Und jenes Wort an die Römer: „Sofern er nämlich der Sünde abgestorben ist, insofern ist er ein (für alle) Mal gestorben; sofern er aber lebt, lebt er für Gott. So haltet auch ihr euch als der Sünde für abgestorben, aber lebendig für Gott in Christus Jesus!”2 Wenn er den Tod der Sünde, d. h. unserem Körper, zuschreibt, das Leben aber Gott, dem das Leben wesensmäßig zukommt, dann müssen wir S. 80 deswegen unserem Körper absterben, damit wir für Gott leben in Christus Jesus, der unseren Sündenleib angenommen hat, nunmehr aber ganz für Gott lebt, der unser Wesen zur Gemeinschaft mit der göttlichen Unsterblichkeit durch die Vereinigung3 (sich) beigesellt hat.
