39. Das übergebene Reich sind wir.
Das Reich wird er also Gott dem Vater übergeben, nicht in der Weise, als ob er durch die Übergabe sich der Macht begäbe, sondern so, daß wir der Herrlichkeit seines Leibes gleichgestaltet und damit Gottes Reich sein werden. Er sagt nämlich nicht: „Er wird sein Reich übergeben”; sondern: „Er wird das Reich übergeben;”1 uns wird er an Gott übergeben, die wir durch die Verherrlichung seines Leibes sein Reich geworden sind. Uns also wird er in das Reich hineinversetzen, gemäß dem Wort in den Evangelien: „Kommt, ihr Gesegneten meines Vaters, nehmt das Reich in Besitz, das euch von Grundlegung der Welt an bereitet ist!”2
Erstrahlen wie die Sonne werden also die Gerechten in dem Reiche ihres Vaters. Denn der Sohn wird diejenigen als Reich an Gott übergeben, die er zum Reich berufen hat, denen er auch die Seligkeit dieses Geheimnisses mit seinem Wort feierlich zugesagt hat: „Selig die Herzensreinen, denn sie werden Gott schauen!”3 Dann also, wenn er herrscht, wird er die Ärgernisse beseitigen, und dann werden die Gerechten wie die Sonne aufleuchten in dem Reiche des Vaters. Das Reich aber wird er Gott dem Vater übergeben; und dann werden diejenigen Gott schauen, die er als Reich Gott übergeben hat.
Was für ein Reich das ist, hat er selbst mit seinem Wort an die Apostel ausdrücklich ausgesprochen: „In euch nämlich ist das Reich Gottes.”4 Indem er also S. 268 herrscht, wird er sein Reich übergeben. Wenn jemand danach fragt, wer denn eigentlich das Reich übergebe, der mag hören: „Christus ist von den Toten auferstanden, als der Erstling der Entschlafenen; denn durch einen Menschen kam der Tod und durch einen Menschen die Auferstehung von den Toten.”5 Denn die ganze Abhandlung der gegenwärtigen Frage spricht jetzt von dem Geheimnis des Leibes, weil Christus der Erstling aus den Toten ist. In welchem Geheimnis aber Christus von den Toten auferstanden ist, das wollen wir aus dem Apostelwort erfahren: „Denke daran, daß Christus von den Toten auferstanden ist, aus dem Samen Davids!”6 Er lehrt also, daß es einen Tod und eine Auferstehung nur auf Grund derjenigen Heilsfügung gebe, gemäß deren er Fleisch (Mensch) ist.
