49. Unsere Entwicklung zu Gott hin.
Daß also Gott alles sein wird in allem,1 das macht die Entwicklung unserer Annahme aus. Denn wer in Knechtesgestalt erfunden wurde, als er in Gottes Gestalt war, von dem ist auch zu bekennen, daß er in der Herrlichkeit des Vaters ist.2 Nicht zweifelbehaftet soll die Erkenntnis sein, daß er in der Gestalt dessen bleibe, in dessen Herrlichkeit zu sein von ihm zu bekennen gilt. Freigewollte Fügung ist es also nur, keine Änderung: denn darin ist er, worin er war.
S. 278 Da es aber eine Zwischenstufe ist, was als Dasein einen Beginn gehabt hat, nämlich seine Geburt als Mensch, so erwirbt er die Ganzheit desjenigen Wesens, das vorher nicht Gott gewesen ist, sofern nämlich erwiesen wird, daß Gott (zeitlich) nach dem Geheimnis der Heilsfügung alles sei in allem. Unser Gewinn ist es also, und unsere Entwicklung, daß wir nämlich gleichgestaltet werden sollen der Herrlichkeit des Leibes Gottes.
Wenn im übrigen der eingeborene Gott auch als Mensch geboren wurde, so ist er doch nichts anderes denn als Gott alles in allem. Durch jene Unterwerfung des Körpers wird, was leiblich an ihm ist, zuinnerst in das wesenhafte Sein eines Geistes einbezogen; und diese Unterwerfung wird es zustande bringen, daß derjenige als Gott alles sei in allem, der außer seinem Gott-sein auch wirklich Mensch ist. Jener unser Mensch (Christus) aber entwickelt sich dazu.3 Wir werden uns ja zur gleichgestalteten Herrlichkeit unseres Mensch-seins entwickeln, zur Erkenntnis Gottes erneuert und als Abbild des Schöpfers neugestaltet, gemäß jenem Apostelwort: „Abgelegt (haben wir) den alten Menschen mit seinem Tun und angezogen jenen neuen, der erneuert wird zur Erkenntnis Gottes gemäß dem Abbild desjenigen, der ihn erschaffen hat.”4
Der Mensch wird also als Abbild Gottes vollendet. Denn der Herrlichkeit des Leibes Gottes teilhaft geworden, entwickelt er sich zum Abbild des Schöpfers hin, entsprechend der grundgelegten Gestaltung des ersten Menschen. Nach der Ablegung der Sünde und des alten Menschen wird er als neuer Mensch zur Erkenntnis Gottes gestaltet und enthält die Vollendung seiner grundgelegten Bestimmung, indem er Gott erkennt und dadurch sein Abbild wird. Durch rechten Glauben bahnt er seinen Weg zur Ewigkeit hin, und durch die ganze Ewigkeit hin wird er Abbild seines Schöpfers bleiben.
