5. Daß unser Streben und Thun ohne die Hilfe Gottes Nichts vermöge.
Hiedurch wird unwiderleglich bewiesen, daß die Gnade und Barmherzigkeit Gottes immer Das, was gut ist, in uns wirke; daß ferner, wenn sie uns verläßt, das Streben des Ringenden Nichts vermöge und der Eifer des noch so sehr sich anstrengenden Gemüthes ohne seine neue Hilfe den frühern Stand nicht wieder erlangen könne. Daß aber diese Hilfe uns beständig im Vollmaaße zu Theil werde, das ist nicht Sache des Wollenden und Laufenden, sondern der Erbarmung Gottes 1 Ja diese Gnade verschmäht es zuweilen nicht einmal, selbst Nachlässige und Ungebundene mit der besagten hl. Einflößung und diesem Überflusse geistiger Gedanken heimzusuchen, sondern inspirirt Unwürdige, weckt Schlafende, erleuchtet die mit blinder Unwissenheit Behafteten und tadelt und züchtigt uns milde, sich eingießend S. a389 in unseren Herzen, damit wir wenigstens so von ihr getroffen und erregt Mahnung genug hätten, von dem Schlafe der Trägheit uns zu erheben. Endlich werden wir gerade bei diesen plötzlichen Heimsuchungen häufig auch von übersüßen Wohlgerüchen erfüllt, die alle Mischung menschlicher Kunst übertreffen, so daß der Geist in dieser Wonne aufgelöst, in eine gewisse Entzückung hingerissen wird und vergißt, daß er noch im Fleische weile.
Röm. 9, 16. ↩
