8. Die Habsucht verhindert alle Tugenden.
Auf dieser abschüssigen Bahn mit aller Schnelligkeit dem Schlechten zueilend ist der Habsüchtige, ich will nicht sagen die Tugend, sondern nicht einmal den Schatten von Demuth, Liebe und Gehorsam zu bewahren bestrebt, sondern entrüstet sich bei jeder Gelegenheit, murrt und seufzt bei jeder Arbeit. Und sich über alle Scham hinwegsetzend stürzt er wie ein S. 157 halsstarriges, ungezügeltes Pferd in den Abgrund des Verderbens. Nicht zufrieden mit der täglichen Nahrung und gewöhnlichen Kleidung äussert er sich in der Weise, als werde er Dieß nicht länger mehr aushalten. Auch sagt er, Gott sei nicht bloß dort, und sein Heil sei nicht einzig an diesen Ort gebunden. Wenn er daher nicht bald sich anderswohin begebe, werde er, so klagt er seufzend und stöhnend, bald zu Grunde gehen.
