23. Das Beispiel des Judas.
[Forts. v. S. 169 ] Willst du die unheilvollen und schädlichen Früchte kennen lernen, welche dieser Keim (der habsüchtige Wille) zum Verderben Desjenigen hervorbringt, der ihn in sich aufgenommen hat, und willst du wissen, in welche Laster der verschiedensten Arten er sich verzweigt, so schaue auf Judas, der unter die Zahl der Apostel gesetzt war. Weil er nicht den tödtlichen Kopf dieser Schlange zertreten wollte, hat sie ihn mit ihrem Gifte getödtet. Nachdem sie ihn in die Schlingen der Habgier verwickelt, hat sie ihn in den Abgrund eines so ruchlosen Verbrechens gestürzt, daß sie ihn dazu verleitete, den Erlöser der Welt und den Urheber des Heiles der Menschheit um dreissig Silberlinge zu verkaufen. Er wäre gewiß nimmer zu dieser so verbrecherischen That des Verrathes gekommen, wenn er nicht von der Krankheit der Habsucht angesteckt gewesen wäre, und er hätte nicht die gottesräuberische Schuld am Tode des Herrn auf sich geladen, wenn er nicht früher die Gewohnheit gehabt hätte, die ihm anvertraute Kasse zu plündern.
