22. In Ägypten bestreiten die Brüder mit ihrer Handarbeit nicht nur ihre eigenen Bedürfnisse, sondern reichen auch den Gefangenen im Kerker Lebensmittel.
[Forts. v. S. 223 ] Durch diese Beispiele belehrt dulden die Väter in Ägypten durchaus keinen Müssiggang unter den Mönchen, besonders unter den jungen; denn sie bemessen das Geistesleben und den Fortschritt in der Geduld und Demuth nach dem Eifer bei der Arbeit. Ferner dulden sie nicht nur nicht, daß man von Jemandem irgend Etwas zu seinem Lebensunterhalte annehme, sondern sie bewirthen sogar von dem Ertrage ihrer Arbeit nicht bloß ankommende und fremde Brüder, sondern sie sammeln sogar große Massen von Lebensmitteln und vertheilen sie in den Ländern Libyens (Afrika’s), die durch Unfruchtbarkeit und Hungersnoth zu leiden haben, sowie in den Städten an die in schmutzigen Kerkern schmachtenden Gefangenen; denn sie glauben durch eine solche Gabe mit der Frucht ihrer Handarbeit dem Herrn ein vernünftiges und wahres Opfer darzubringen.
