Übersetzung
ausblenden
Über die Auferstehung des Fleisches. (BKV)
7. Cap. Er ist, nachdem er von Gott die Form des Menschenleibes erhalten hat, nicht mehr blosser Staub, sondern zu einer bessern Substanz erhöht. Er dient der Seele als Werkzeug, Gehilfe und Genosse in allen Bethätigungen derselben und ist ihr höchst notwendig dabei.
Aber sollte vielleicht das Ansehen des Fleisches darum geringer erscheinen, weil es nicht auch wie der Lehm von der Hand Gottes im eigentlichen Sinne berührt worden ist? — Nein, da er den Lehm zu dem Zwecke in Behandlung nahm, damit nachher aus dem Lehm Fleisch werde, so hat er damit gewiss das Interesse des Fleisches gewahrt.
Doch ich wünschte, dass man noch lerne, wann und wie das Fleisch aus dem Lehm hervorgesprosst sei. Die Stücke von Fellen, welche Adam und Eva bei der Vertreibung aus dem Paradiese angezogen erhielten, werden es nicht, wie einige1 meinen, gewesen sein, wodurch die Umbildung des Lehmes in Fleisch geschah. Denn schon geraume Zeit vorher hatte Adam in dem Ableger von seiner Substanz, in dem Weibe, Fleisch erkannt, — „das ist nun Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch,“2 — und was vom Manne zur Bildung des Weibes weggenommen war, wurde mit Fleisch ausgefüllt, da es, wie man denken sollte, doch, wenn Adam noch Lehm war, mit Lehm hätte ausgefüllt werden müssen. Also der Lehm ist ganz im Fleisch aufgegangen und verzehrt. Wann? — Als der Mensch zur lebenden Seele wurde, durch den Hauch Gottes, eine Glut, welche gewissermassen imstande ist, Lehm so auszudörren, dass er zu einer andern Substanz wird, zu Fleisch, so gut wie zu Steingut. So ist es ja auch dem Töpfer möglich, den Thon durch richtige Anwendung von Feuer zu dauerhafterem Stoffe zu verdichten und aus der einen S. 430 Erscheinungsform eine andere hervorgehen zu lassen, besser als die frühere, von besonderer Art und mit eigenem Namen. Denn obgleich geschrieben steht: „Spricht etwa der Thon zum Töpfer?“,3 d. h. der Mensch zu Gott, obgleich der Apostel „von irdenen Gefässen“ redet, so ist dennoch der Mensch Thon, weil er vorher Lehm war, und der menschliche Leib ein irdenes Geschirr, weil er durch die Glut des göttlichen Hauches aus Lehm entstanden ist. Später wurde er mit Stücken von Fellen bekleidet, das ist mit Haut überzogen. Denn überall, wo man die Haut abstreift, wird das Fleisch blossgelegt. So war das, was jetzt, wenn es abgestreift wird, einen Balg bildet, damals, als es angelegt wurde, ein Gewand. Daher erklärt auch der Apostel, indem er die Beschneidung eine Wegnahme des Fleisches nennt, die Haut für ein Gewand.
Da sich dieses alles nun so verhält, so hat man einen durch die Hand Gottes geadelten Lehm und ein durch den Anhauch Gottes, wodurch das Fleisch zugleich die Spuren des Lehmes ablegte und die Auszeichnung einer Seele erhielt, noch mehr geadeltes Fleisch. Wir sind nicht kunstfertiger als Gott und fassen doch scythische und indische Edelsteine sowie die weissen Körnlein des Roten Meeres4 nicht in Blei, nicht in Erz, nicht in Eisen, auch nicht einmal in Silber, sondern lassen sie in die ausgesuchteste und künstlichste Goldfassung ein; ebenso besorgt man für recht köstliche Weine und Salben zuvor auch angemessene Gefässe und sucht sich ebenso für ein Schwert, das in vollendeter Weise damasziert ist, eine würdige Scheide aus. Gott dagegen sollte den Schatten seiner Seele, den Hauch seines Geistes, das Werk seines Mundes in ein seiner ganz unwürdiges Behältnis eingesargt und fürwahr zu einem unwürdigen Aufenthalt verurteilt haben?! Er hat ihm aber zum Aufenthaltsort gegeben den Leib, besser gesagt, ihn darin eingesäet und ihn mit ihm vermischt und zwar in so inniger Verbindung, dass man es für zweifelhaft halten kann, ob der Leib der Seele oder die Seele dem Leibe als Träger diene, ob das Fleisch der Seele oder die Seele dem Fleische gehorche.
Jedoch man muss annehmen, die Seele, als das Gott mehr Verwandte, werde getragen und herrsche. Selbst die Thatsache schlägt wieder zur Verherrlichung des Leibes aus, dass er die Gott verwandte Seele enthält und ihr Gelegenheit zum Herrschen verschafft. Gibt es irgend eine Benutzung der Natur, einen Genuss von der Welt, eine Ergötzung durch die Elemente, welche die Seele nicht durch den Leib genösse? Durch ihn wird sie mit dem sämtlichen Hülfsapparat der Sinne versehen, mit dem Gesicht, Gehör, Geschmack, Geruch, Gefühl. Durch ihn wird sie mit der göttlichen Macht überflutet, sie, die alles nur durch die Sprache vollbringt, wenigstens durch die stillschweigend voraufgegangene. Denn auch die S. 431 Sprache kommt von den leiblichen Organen. Die Künste vollziehen sich vermittelst des Leibes, die Studien und Bestrebungen vermittelst des Leibes, die Thätigkeiten, Geschäfte, Obliegenheiten vermittelst des Leibes, und so fusst die ganze Lebensthätigkeit der Seele auf dem Leibe, so dass nicht leben für die Seele nichts anderes heisst, als den Leib verlassen. So ist sogar das Sterben selbst eine Thätigkeit des Leibes, so gut wie das Leben. Also, wenn der Seele alles nur durch den Leib unterworfen ist, so ist es auch dem Leibe unterworfen. Durch wessen Hilfe du geniessest, in dessen Gemeinschaft musst du auch geniessen. So zeigt sich der Leib, obwohl er für den Diener und Knecht der Seele gehalten wird, als ihr Genosse und Mitbesitzer. — Wenn aber in zeitlichen Dingen, warum nicht auch hinsichtlich der ewigen?
Übersetzung
ausblenden
On the Resurrection of the Flesh
Chapter VII.--The Earthy Material of Which Flesh is Created Wonderfully Improved by God's Manipulation. By the Addition of the Soul in Man's Constitution It Became the Chief Work in the Creation.
But perhaps the dignity of the flesh may seem to be diminished, because it has not been actually manipulated by the hand of God, as the clay was at first. Now, when God handled the clay for the express purpose of the growth of flesh out of it afterwards, it was for the flesh that He took all the trouble. But I want you, moreover, to know at what time and in what manner the flesh flourished into beauty out of its clay. For it cannot be, as some will have it, that those "coats of skins" 1 which Adam and Eve put on when they were stripped of paradise, were really themselves the forming of the flesh out of clay, 2 because long before that Adam had already recognised the flesh which was in the woman as the propagation of his own substance ("This is now bone of my bone, and flesh of my flesh" 3 ), and the very taking of the woman out of the man was supplemented with flesh; but it ought, I should suppose, to have been made good with clay, if Adam was still clay. The clay, therefore, was obliterated and absorbed into flesh. When did this happen? At the time that man became a living soul by the inbreathing of God--by the breath indeed which was capable of hardening clay into another substance, as into some earthenware, so now into flesh. In the same way the potter, too, has it in his power, by tempering the blast of his fire, to modify his clayey material into a stiffer one, and to mould one form after another more beautiful than the original substance, and now possessing both a kind and name of its own. For although the Scripture says, "Shall the clay say to the potter?" 4 that is, Shall man contend with God? although the apostle speaks of "earthen vessels" 5 he refers to man, who was originally clay. And the vessel is the flesh, because this was made of clay by the breath of the divine afflatus; and it was afterwards clothed with "the coats of skins," that is, with the cutaneous covering which was placed over it. So truly is this the fact, that if you withdraw the skin, you lay bare the flesh. Thus, that which becomes a spoil when stripped off, was a vestment as long as it remained laid over. Hence the apostle, when he call circumcision "a putting off (or spoliation) of the flesh," 6 affirmed the skin to be a coat or tunic. Now this being the case, you have both the clay made glorious by the hand of God, and the flesh more glorious still by His breathing upon it, by virtue of which the flesh not only laid aside its clayey rudiments, but also took on itself the ornaments of the soul. You surely are not more careful than God, that you indeed should refuse to mount the gems of Scythia and India and the pearls of the Red Sea in lead, or brass, or iron, or even in silver, but should set them in the most precious and most highly-wrought gold; or, again, that you should provide for your finest wines and most costly unguents the most fitting vessels; or, on the same principle, should find for your swords of finished temper scabbards of equal worth; whilst God must consign to some vilest sheath the shadow of His own soul, the breath of His own Spirit, the operation of His own mouth, and by so ignominious a consignment secure, of course, its condemnation. Well, then, has He placed, or rather inserted and commingled, it with the flesh? Yes; and so intimate is the union, that it may be deemed to be uncertain whether the flesh bears about the soul, or the soul the flesh; or whether the flesh acts as apparitor to the soul, or the soul to the flesh. It is, however, more credible that the soul has service rendered to it, 7 and has the mastery, 8 as being more proximate in character to God. 9 This circumstance even redounds to the glory of the flesh, inasmuch as it both contains an essence nearest to God's, and renders itself a partaker of (the soul's) actual sovereignty. For what enjoyment of nature is there, what produce of the world, what relish of the elements, which is not imparted to the soul by means of the body? How can it be otherwise? Is it not by its means that the soul is supported by the entire apparatus of the senses--the sight, the hearing, the taste, the smell, the touch? Is it not by its means that it has a sprinkling of the divine power, there being nothing which it does not effect by its faculty of speech, even when it is only tacitly indicated? And speech is the result of a fleshly organ. The arts come through the flesh; through the flesh also effect is given to the mind's pursuits and powers; all work, too, and business and offices of life, are accomplished by the flesh; and so utterly are the living acts of the soul the work of the flesh, that for the soul to cease to do living acts, would be nothing else than sundering itself from the flesh. So also the very act of dying is a function of the flesh, even as the process of life is. Now, if all things are subject to the soul through the flesh, their subjection is equally due to the flesh. That which is the means and agent of your enjoyment, must needs be also the partaker and sharer of your enjoyment. So that the flesh, which is accounted the minister and servant of the soul, turns out to be also its associate and co-heir. And if all this in temporal things, why not also in things eternal?