12. Wie das Heer gegen Bourges aufbrach
Als König Chilperich nun diesen Hader zwischen seinem Bruder und seinem Neffen sich entspinnen sah, rief er Herzog Desiderius(1) und hieß ihn, seinem Bruder irgendeine Nichtswürdigkeit antun. Jener bot das Heer auf, schlug Herzog Ragnovald in die Flucht, nahm P6rigueux, ließ die S. 133 Stadt huldigen und zog dann gegen Agen. Da aber Ragnovalds Gemahlin vernahm, daß auch diese Stadt nach der Niederlage ihres Gatten in die Gewalt König Chilperichs fallen würde, floh sie in die Kirche des heiligen Märtyrers Caprasius(1). Sie wurde aber aus derselben herausgeschleppt, ihrer Habe und des Beistandes ihrer Dienerschaft beraubt und, nachdem sie Bürgen gestellt, nach Toulouse geschickt, wo sie sich dann wiederum in die Kirche des heiligen Saturninus flüchtete und dort ihre Wohnung nahm(2). Desiderius nahm darauf alle Städte, die in jener Gegend(3) König Gunthramn gehörten, und brachte sie in die Gewalt König Chilperichs.
Herzog Berulf(4) vernahm aber, daß die von Bourges(5) im stillen damit umgingen, einen Einfall in das Gebiet von Tours zu machen; er bot deshalb das Heer auf und rückte selbst in ihr Land ein. Damals wurden die Bezirke(6) von Dzeure und Barrou(7) in dem Gebiet von Tours schrecklich verwüstet. Es wurden auch nachher grausam die bestraft, die bei diesem Zuge nicht hatten zugegen sein können(8).
Der Herzog Bladast zog in das Land der Basken(9) und verlor dort den größten Teil seines Heeres.
