8. Wie der König das Volk um sein Leben bat
Weil er sich aber unter dem Volke, zu dem er gekommen war, nicht für sicher hielt, umgab er sich mit Bewaffneten, und ging niemals zur Kirche oder an einen ändern Ort, den er besuchen wollte, ohne großes Geleit. Und so kam es, daß er an einem Sonntage, als der Diakon der Gemeinde Stille geboten hatte(3) um die Messe zu hören, sich zu der Gemeinde S. 198 wandte und sprach: „Ich beschwöre euch, ihr Männer und Frauen, die ihr zugegen seid, haltet mir eure Treue unverletzt und tötet nicht auch mich, wie ihr jüngst meinen Brüdern getan; möge es mir nur vergönnt sein, wenigstens noch drei(1) Jahre meine Neffen zu erziehen, die ich als Söhne angenommen habe. Sonst könnte sich ereignen, was der ewige Gott verhüten möge, daß ihr nach meinem Tode mit jenen Kleinen zugleich zugrunde gehet, da dann von unserm Stamm kein kräftiger Sproß mehr da sein wird, sie und euch zu schützen." Als er so sprach, sandte die ganze Gemeine ihr Gebet für den König zum Herrn.
