42. Wunderkraft des hl. Martinus
Danach erging ein Befehl von den königlichen Richtern(1) es sollten alle, welche bei diesem Zuge säumig gewesen, bestraft werden(2) Und der Graf von Bourges(3) sandte seine Leute aus, daß sie auch auf dem Kirchengut des heiligen Martinus, das im Gebiet von Bourges liegt(4), den Bann eintreiben sollten. Aber der Verwalter des Guts leistete ihnen beherzten Widerstand und sprach: „Diese Leute gehören dem heiligen Martinus, fügt ihnen also kein Leid zu, denn es ist nicht Brauch, daß sie bei solchen Gelegenheiten zu Felde ziehen." Sie aber sagten: „Was haben wir mit deinem Martinus zu schaffen, den du bei jeder Gelegenheit als Vorwand gegen uns gebrauchst! Du und diese Leute, ihr werdet den Bann zahlen, weil ihr des Königs Gebot nicht Folge geleistet habt." So sprach er(5) und trat in die Vorhalle des Hauses. Sofort aber fiel er vor Schmerz nieder, und es fing an ihm sehr unwohl zu werden. Da wandte er sich zu dem Verwalter und sprach mit kläglicher Stimme: „Ich bitte dich, schlage über mich das Kreuz des Herrn und rufe den S. 244 Namen des heiligen Martinus an. Denn ich erfahre jetzt, groß ist seine Wunderkraft. Als ich nämlich in die Vorhalle des Hauses trat, sah ich einen Greis, der hielt einen Baum in seiner Hand, dessen Zweige alsbald sich ausbreiteten und das ganze Haus überdeckten. Ein Zweig des Baumes berührte mich, und ich erhielt einen solchen Stoß, daß ich zur Erde sank." Daraus winkte er den Seinigen und bat, sie möchten ihn aus der Halle bringen. Da er aber draußen war, fing er an mit Inbrunst den Namen des heiligen Martinus anzurufen. Und alsbald befand er sich besser und wurde gesund.
