39. Vom Ende des Bischofs Sagittarius und dem Mummolus
Als nun Leudegisil, von Mummolus, Sagittarius, S. 241 Chariulf und Waddo begleitet, in das Lager zurückkehrte, sandte er heimlich Boten an den König, zu erkunden, was dessen Absicht mit diesen Männern wäre. Der König befahl sie mit dem Tode zu bestrafen. Waddo und Chariulf waren aber schon von dannen gezogen, nachdem sie ihre Söhne als Geisel zurückgelassen hatten. Als jedoch Mummolus merkte, die Botschaft wäre gekommen, daß sie sterben sollten, umgürtete er sich mit seinen Waffen und ging in Leudegisils Wohnung. Dieser sprach, da er ihn sah: „Was kommst du so zu mir, als wärst du auf der Flucht." Da antwortete Mummolus: „Nichts, wie ich sehe, wird von allem gehalten, was man mir versprochen hat, ich schwebe in der größten Lebensgefahr, ich weiß es " Darauf sprach jener: „Ich werde hinausgehen und alles zum besten wenden." Und da er hinausging, wurde sogleich auf seinen Befehl das Haus umringt, um Mummolus zu töten. Aber es gelang diesem dennoch, nachdem er lange seinen Angreifern Widerstand geleistet hatte, bis zur Türe vorzudringen. Als er jedoch heraustrat, trafen ihn zwei in beide Seiten mit ihren Lanzen; so sank er nieder und verschied. Als der Bischof(1) dies sah, geriet er in Schrecken und Todesangst, und es sagte ihm einer der Umstehenden: „Siehe nun mit deinen eigenen Augen, Bischof, was vorgeht, verhülle dein Haupt, daß sie dich nicht erkennen(2), und fliehe in den Wald, dich dort eine Weile zu verbergen; wenn der Zorn sich gelegt hat, kommst du viel-leicht mit dem Leben davon." Jener folgte dem Rate, verhüllte sein Haupt und schickte sich zur Flucht an, aber es traf ' ihn einer mit dem gezückten Schwerte und hieb ihm das Haupt samt der Kapuze ab. Darauf kehrten sie alle in die Heimat zurück, plünderten und mordeten aber noch viel auf dem Rückwege.
S. 242 Fredegunde aber schickte in diesen Tagen Chuppa(1) in das Gebiet von Toulouse, daß er, wie er nur immer vermöchte, ihre Tochter befreite. Es war ein verbreitetes Gerede, daß er auch deshalb dorthin gesandt sei, um Gundovald, wenn er ihn noch am Leben fände, durch große Versprechungen zu gewinnen und zu ihr zu führen. Da er aber dies nicht mehr ausrichten konnte, nahm er Rigunthe in Empfang und brachte sie, doch nicht ohne große Erniedrigung und Schmach, von dort zurück.
