46. Ende des Christopherus
Zu dieser Zeit begab sich ein Kaufmann, mit Namen Christophorus, nach der Stadt Orleans. Denn er hatte ver- S. 246 nommen, daß dorthin eine große Menge Wein geschafft worden sei. Als er nun für sich Wein eingekauft und zu Kahn gebracht hatte, kehrte er mit einer großen Summe Geldes heim, die er von seinem Schwiegervater empfangen hatte, und machte sich auf den Weg, von zwei sächsischen Knechten begleitet. Diese hegten aber schon lange Haß gegen ihren Herrn und waren ihm sogar wiederholentlich entlaufen, deshalb weil er sie oft hart züchtigte. Als sie nun in einen Wald kamen und der Herr voranzog, warf der eine Knecht mit aller Macht seine Lanze nach ihm und durchbohrte ihn. Und als er hinstürzte, hieb ihn der andre mit dem Schwert in den Kopf. Dann hieben sie ihn beide vollends in Stücke, ließen ihn tot liegen, nahmen das Geld und suchten das Weite. Der Bruder des Christoforus fand und begrub den Leichnam und sandte seine Leute den Knechten nach, und die ergriffen den Jüngeren von ihnen und banden ihn, der Ältere aber entkam mit dem Gelde. Als sie heimzogen, gelang es jenem, da sie ihn nur lose gebunden hatten, eine Lanze zu ergreifen, und er tötete damit einen von seinen Begleitern. Die ändern brachten ihn aber nach Tours, taten ihm hier mannigfache Martern an, verstümmelten ihn und hingen ihn, als er fast schon tot war, an dm Galgen.
