Kap. l6. (Die fluchwürdigen Schändlichkeiten der Manichäer wurden aufgedeckt).
1 Weiter, als man in Carthago durch einen Prokurator des königlichen Hofes, namens Ursus, einen Mann katholischen Glaubens, gegen eine versammelte Gruppe von Manichäern beiderlei Geschlechts, die bei ihnen „Auserwählte“ heißen, einschritt und Ursus sie in die Kirche abführen und von den Bischöfen weiter behandeln ließ, da kam es zu einem protokollierten Verhör.
2 Unter den Bischöfen befand sich auch Augustin heiligen Andenkens, der vor allen jene fluchwürdige Sekte kannte, und, ihre verdammenswerten Blasphemien aus den bei ihnen gültigen Büchern durch Zitate aufdeckend, brachte er sie zum Geständnis der Blasphemien; das Gemeine aber und Schändliche, was sie als noch größeres Übel gewohnheitsgemäß treiben, wurde von den „auserwählten“ Frauen verraten und der Bericht ins kirchliche Protokoll aufgenommen.
3 So wuchs durch die umsichtige Sorgfalt der Hirten die Herde des Herrn, und zugleich wurde gegen die Diebe und Räuber die notwendige Verteidigung getroffen.
4 Auch mit einem gewissen Felix aus der Zahl der von den Manichäern als „Auserwählte“ Bezeichneten disputierte Augustin öffentlich in der Kirche zu Hippo im Beisein von Notaren vor der Gemeinde, und nach der zweiten oder dritten Konferenz bekehrte sich der Manichäer, nachdem sein hohler Irrtum zunichte gemacht war, zu unserem Glauben und unserer Kirche, wie das eingesehene Protokoll lehren kann.
