Kap. 3 (Der Rückzug Augustins aus der Welt).
1 Und er beschloß, nachdem er die Gnade erlangt, mit anderen seiner Landsleute und Freunde, die in gleicher Weise Gott dienten, nach Afrika und zum eigenen Haus und Hof zurückzukehren. Dorthin gekommen und rund drei Jahre ansäßig, aber bereits dem Besitz entfremdet, lebte er mit seinen Anhängern Gott in Fasten, Gebet und guten Werken, über das Gesetz des Herrn nachsinnend Tag und Nacht. Und über das, was ihm Gott bei seinem Nachdenken und Beten als Erkenntnisse offenbarte, belehrte er die Anwesenden und die Abwesenden durch Reden und Bücher.
2 Es geschah einmal zu jener Zeit, daß ein in Hippo-Regius stationierter Mann, der zu den sog. „Agentes in rebus“ (Exekutivbeamten) gehörte, ein guter Christ und gottesfürchtig, nachdem er vom guten Ruf und der reinen Lehre (Augustins) gehört hatte, ihn zu sehen begehrte und wünschte; er versprach, er könne alle Süchte und Verlockungen dieser Welt verachten, wenn er einmal gewürdigt würde, aus (Augustins) Munde das Wort Gottes zu hören.
3 Als dies Augustin zuverlässig hinterbracht wurde, ging er, um eine Seele von den Gefahren dieses Lebens und vom ewigen Tode zu retten, selbst und eilends in jene Stadt, traf den Mann, sprach wiederholt zu ihm und ermahnte ihn nach Maßgabe dessen, was Gott ihm geschenkt, nun auch sein Gott gegebenes Versprechen zu erfüllen. Dieser aber versprach zwar Tag um Tag, er werde es tun, aber solange Augustin dort war, tat er es nicht. Doch ohne Folge und nichtig konnte nicht bleiben, was durch ein solches, in Ehre gereinigtes, dem Herrn nützliches und zu jeglichem guten Werk bereitetes Gefäß (Augustin) die göttliche Vorsehung allerorten ausführte.
