7.
Die Seele des Gläubigen ist in Wahrheit ein Tempel Gottes. Schmücke sie aus, bekleide sie, ihr sollst Du Geschenke machen, in ihr nimm Christus auf! 1 Was hat es für einen Wert, wenn die Wände von Edelsteinen schimmern, während Christus im Armen Hungers stirbt? Was Du besitzest, gehört ja nicht mehr Dir. Du bist nur zum Verwalter bestellt. Denke an Ananias und Saphira! Ängstlich wahrten sie das Ihre. 2 Du trage Sorge, daß Du Christi Vermögen nicht unklug verschleuderst! Dies wäre der Fall, wenn Du ohne rechte Überlegung das, was den Armen zukommt, an solche verschenkst, die nicht arm sind, so daß nach dem Worte eines klugen Mannes die Freigebigkeit an der Freigebigkeit zuschanden wird. 3 Es sagt der Dichter:
„Schau nicht auf äußeren Prunk und den eitlen Ruhm der Catonen. Nichts an dir ist mir fremd bis hinein in die Tiefen der Seele.“ 4
Es ist etwas Großes, nicht ein Christ zu scheinen, sondern es in der Tat zu sein. Ich begreife nicht, wie die Welt den Dingen, die Christus mißfallen, ganz besonders huldigen mag. Wende auf mich nicht das Sprichwort an: „Das Schwein will eine Minerva S. 182 belehren.“ 5 Vielmehr wollte ich als Freund einen Freund mahnen, der aufs Meer hinausfährt. Ich will lieber, daß Du mein Können als meinen guten Willen bezweifelst. Dafür sollst Du festen Schrittes Deines Weges ziehen, auch dort, wo ich gestrauchelt bin.
