2. Fortsetzung der Einleitung.
Und da mein Geist sieht, wie der Kaiser, der vor kurzem noch in der sterblichen Hülle des Körpers geschaut wurde und mitten unter uns weilte, auf die seltsamste Art auch noch nach seinem Lebensende, bei dem doch die Natur alles Überflüssige als fremd verschmäht, gerade so wie vormals der kaiserlichen Paläste, Schätze, Ehren und Lobpreisungen sich rühmen kann, wird er erfaßt von maßlosem Staunen. Wenn er dann gar noch bis zu des Himmels Gewölbe sich erhebt, glaubt er auch dort zu schauen, wie die dreimal glückliche Seele des Kaisers bei Gott selber weilt, jeder sterblichen und irdischen Umhüllung ledig und glänzend in strahlendem Lichtgewande. Wenn er dann erwägt, daß sie nicht mehr durch die Schranken wenn auch langer Zeiträume im Verkehr mit den Sterblichen beengt wird, sondern mit dem immer blühenden Diadem endlosen Lebens und mit der Unsterblichkeit seliger Ewigkeit geehrt ist, so steht er erstaunt da, weil er eben nur ein sterblicher Geist ist. Kein Wort vermag er hervorzubringen; er muß seiner eigenen Schwäche das Urteil sprechen und darum sich selber Schweigen auferlegen; so räumt er denn dem stärkeren und allesumfassenden Logos den Vorzug in den wetteifernden Lobpreisungen ein; ihm, dem Unsterblichen, dem Logos Gottes, ist es ja auch allein möglich, die eigenen Worte zu bekräftigen.
