49. Licinius bedrückt den Osten.
Es wurde ihm nämlich gemeldet, daß auch dort ein schreckliches Ungetüm der Kirche Gottes und den übrigen Provinzialen Unheil drohe; denn der böse Feind suchte wie im Wetteifer das Gegenteil von dem zu erreichen, was der gottgeliebte Kaiser wirkte, so daß es den Anschein hatte, die zwei Teile, in die das ganze römische Reich zerfiel, glichen der Nacht und dem Tage: Dunkel lagere auf den Völkern des Ostens, während der hellste Tag den Bewohnern der andern Hälfte leuchte. Da nun den letzteren von Gott unzählige Wohltaten gespendet wurden, war es dem Neide, dem Erbfeind alles Guten, unerträglich solches zu schauen, und ebenso auch dem Tyrannen, der die andere Hälfte des Erdkreises bedrückte; denn obwohl seine Herrschaft glücklich und er selber der Verschwägerung mit einem Kaiser wie Konstantin gewürdigt war, so unterließ er es doch, dem gottgeliebten Herrscher nachzuahmen; er eiferte vielmehr der Schlechtigkeit und den Wegen der Gottlosen nach, und hatte er auch mit eigenen Augen deren unseliges Ende gesehen, so versuchte er es doch, sich mehr ihrer Gesinnung anzuschließen als in treuer Freundschaft mit dem Besseren zu verharren.1
Vgl. Kirchengeschichte X 8, 2. ↩
