43. Konstantins Wohltätigkeit gegen die Armen und Dürftigen.
Verschiedene Geldspenden wendete er den Dürftigen zu und außerdem zeigte er sich auch denen, die außerhalb der Kirche standen und sich ihm nahten, gütig und wohltätig; den bemitleidenswerten und verachteten Leuten, die auf dem Markte bettelten, ließ er in seiner Fürsorge nicht nur Geld und die notwendigen Nahrungsmittel, sondern auch eine anständige Kleidung zur Bedeckung ihres Körpers reichen. Denen aber, die erst glückliche Tage gekannt hatten, später jedoch durch den Umschlag der Verhältnisse ins Unglück gestürzt waren, gewährte er in reichlicherem Maße seine Unterstützung; mit wahrhaft kaiserlichem Sinn ließ er solchen Unglücklichen die ansehnlichsten Wohltaten zukommen S. 35und schenkte ihnen Besitzungen an Ländereien oder er zeichnete sie mit verschiedenen Würden aus. Für unglückliche Waisenkinder sorgte er wie ein Vater; um hilflosen verwitweten Frauen aufzuhelfen, nahm er sich ihrer selber aufs sorglichste an, ja er verehelichte sogar Jungfrauen, die ihrer Eltern beraubt waren, an reiche Männer aus seinem Bekanntenkreise und dabei gab er auch noch den Bräuten alles mit, was sie ihren Männern in die Ehe mitbringen sollten. Wie die über dem Erdball aufgehende Sonne neidlos allen die Strahlen ihres Lichtes spendet, gerade so ließ Konstantin, der mit Sonnenaufgang aus dem kaiserlichen Palaste hervortrat, wie um zugleich mit der Leuchte am Himmel zu erscheinen, über alle, die vor sein Angesicht kamen, die Lichtstrahlen der ihm eigenen Güte leuchten. Nicht war es möglich, daß sich ihm einer nahte ohne irgend eine gute Gabe zu erhalten, noch auch konnte je sich einer in einer berechtigten Hoffnung getäuscht sehen, wer Hilfe von ihm zu erlangen erwartete.
