54. Wer nicht opfert, soll aus dem Heere entlassen werden und den Gefangenen darf man nicht den Lebensunterhalt reichen.
Da er auch hierin keinen Gehorsam fand, trat er endlich offen mit seinen Anschlägen hervor und befahl, daß Stadt für Stadt alle Soldaten ihre Führerstellen verlieren sollten, wenn sie nicht den Göttern opfern wollten. Da wurden nun in allen Provinzen die verschiedenen Ehrenstellen der gottesfürchtigen Männer beraubt, beraubt aber auch der Tyrann, der dieses Gesetz gegeben hatte, des Gebetes der heiligen Männer, die er von sich trieb.
Wozu sollte ich noch an seine Verordnungen erinnern, die die Kirchen nicht betrafen? Niemand, so befahl er, sollte den in den Kerkern Schmachtenden aus S. 42menschenfreundlicher Liebe Lebensmittel reichen, niemand mit denen Mitleid haben, die in Fesseln lagen und vom Hunger aufgerieben wurden; überhaupt sollte niemand mehr gut sein, niemand mehr etwas Gutes tun, wenn er sich auch von Natur zum Mitleid mit den Nächsten gedrängt fühlte. Und es war unter allen Gesetzen dieses geradezu schamlos und das frevelhafteste, das Ärgste, was Roheit zu leisten vermag; war ja auch in ihm als Strafe festgesetzt, alle, die ihr Mitleid äußerten, sollten das gleiche erdulden wie die Bemitleideten und die, welche Dienste der Nächstenliebe leisteten, sollten in Kerker und Bande geworfen werden und die nämlichen Strafen zu erdulden haben wie die unglücklichen Gefangenen.1
Vgl. Kirchengeschichte X 8, 11. ↩
