7. Vergleich mit dem Perserkönig Kyrus und dem Makedonierkönig Alexander.
Vom Perser Kyrus rühmt wohl die alte Kunde, daß er der glänzendste unter den Herrschern aller Zeiten gewesen sei. Doch nicht darauf, sondern auf das Ende seines langen Lebens sollte man sehen, und da wird berichtet, daß er keinen glückseligen Tod, sondern ein Ende voll Schmach und Schande von der Hand eines Weibes gefunden hat. Vom Makedonier Alexander singen die Söhne der Griechen, daß er Hunderte von Stämmen mannigfaltiger Völker sich unterworfen hat, doch auch dieses, daß er, noch ehe er zum Manne herangereift war, vom frühen Todeslos ereilt dahingegangen ist, hinweggerafft durch seine Ausschweifungen und Schwelgereien. Nur zweiunddreißig Jahre hat dieser im ganzen gelebt und davon nahm seine Regierungszeit nur S. 9den dritten Teil ein; und er ist durch Blut gewatet, ein Mann, der wie ein Sturmwind dahinfuhr und ohne Rücksicht auf ein Alter schonungslos ganze Völker und Städte der Sklaverei überantwortete. Kaum aber stand er ein wenig in der Blüte seiner Jahre, noch trauerte er um seinen Liebling1 , da trat furchtbar an ihn das unabwendbare Verhängnis heran und raffte ihn hinweg, kinderlos, heimatlos, losgerissen vom Boden, dem er entsprossen, auf fremder, feindlicher Erde, auf daß er nicht noch lange Zeit dem Menschengeschlechte Schmach und Verderben bringe. Sogleich aber ward sein Reich zerstückelt, da ein jeder von seinen Dienern mit Gewalt einen Teil an sich zu reißen suchte. Und trotzdem wird er so sehr in Reigen und Hymnen gefeiert!
Hephästio, der im Herbst 324 starb ↩
