10. Wie man die Zeugung Gottes fromm und mit welchem Gewinn man sie erforschen solle.
Höre also den ungewordenen Vater! Höre den eingeborenen Sohn! Höre: „Der Vater ist größer als ich;”1 höre: „Ich und der Vater sind eins;”2 höre: „Wer mich gesehen hat, der hat auch den Vater gesehen;”3 höre: „Der Vater ist in mir, und ich bin im Vater;”4 höre: „Ich S. 115 bin vom Vater ausgegangen;”5 und „der im Schoß des Vaters ist”;6 und: „Alles, was der Vater besitzt, hat er dem Sohn übergeben;”7 und: „Das Leben hat der Sohn in sich selbst, sowie es auch der Vater in sich selbst hat.”8 Höre den Sohn (bezeichnet) als Bild, Weisheit, Kraft, Herrlichkeit Gottes: und merk auf das Wort des Hl. Geistes: „Wer vermag seinen Stammbaum zu schildern?”9 Und tadele den Herrn, der bezeugt: „Niemand kennt den Sohn, es sei denn der Vater; noch auch kennt wer den Vater, es sei denn der Sohn, und wem es der Sohn hat offenbaren wollen.”10 Verwurzele dich in dieses Geheimnis, und zwischen dem einen ungewordenen Gott (-Vater) und dem einen eingeborenen Gott (-Sohn) verbirg dich in der Verborgenheit unbegreiflicher Geburt! Mach dich auf, eile vor, halte durch! Wenn ich auch weiß, du kommst nicht bis hin zum Ziel, so will ich mich doch deines Fortschrittes freuen. Denn wer ehrfürchtig um das Unendliche beständig sich müht, wird zwar nie es je erreichen, dennoch aber Gewinn haben, indem er vorwärts strebt. Bei dieser Grenze findet die (Ausdrucks- und) Erkenntniskraft der Worte ihren Stillstand.11
