25. Wir sind unvermögend, Würdiges zu vergelten.
[Forts. v. S. 128 ] Was könnten wir wohl Würdiges dem Erweis einer solchen Würdigung vergelten? Der eine eingeborene Gott, unsagbaren Ursprungs aus Gott, hat sich im Schoße der Jungfrau in die Gestalt eines winzigen Menschenleibes hineinversenkt und ist so herangewachsen. Der alles umfaßt, innerhalb dessen und durch den alles geschaffen ist, der wird ganz wie jeder Mensch zur Welt gebracht; und derjenige, bei dessen Wort die Erzengel und Engel erzittern, der Himmel und die Erde und alle Grundstoffe dieser Welt der Auflösung verfallen, denselben hört man wimmern wie ein Kind. Der unsichtbar und unerfaßlich ist, der nicht durch Gesicht, Empfinden, Getast ermessen werden kann, der ist in Windeln eingehüllt.
Wenn das einer als Gottes unwürdig schätzen mag, der wird einer um so größeren Wohltat gegenüber sich verpflichtet bekennen, je weniger dies (alles) der Erhabenheit eines Gottes angemessen erscheint. Nicht jener bedurfte es, Mensch zu werden, durch den der Mensch geschaffen wurde; sondern wir waren dessen bedürftig, daß Gott Fleisch wurde1 und unter uns wohnte, das heißt, durch die Annahme eines fleischlichen Leibes allem Fleische insgesamt innewohnte. Seine Niedrigkeit ist unsere Vornehmheit, seine Schmach ist unsere Ehre; was jener ist, der als Gott im Fleische Dasein nimmt, das hinwiederum sind wir, aus dem Fleisch heraus zu Gott hin erneuert.
Vgl. Joh. 1, 14. ↩
