33.
Nachdem alles, was bei der Bestattung Vorschrift ist, erfüllt war und man wieder den Rückweg antreten sollte, fiel ich erst am Grabe nieder und küßte den Staub; dann machte ich mich auf den Weg, niedergeschlagen und verweint ob des Gedankens, von welch S. 366 teurem Schatz mein Leben sich trennen mußte. Auf dem Wege aber kam ein hochgestellter Kriegsmann, der in einem Städtchen von Pontus, namens Sebastopolis, das militärische Kommando inne hatte und mit seinen Untergebenen dort wohnte, mir bei der Ankunft daselbst teilnehmend entgegen; er hatte vom Trauerfall gehört und war darüber schmerzlich berührt ― er gehörte nämlich zu den nahen Verwandten unserer Familie ― und erzählte mir noch ein wunderbares Ereignis von ihr, das ich allein noch dem Berichte anfügen möchte, um dann die Schrift zu beendigen. Als wir nämlich unsere Tränen gestillt und eine Unterhaltung begonnen hatten, sagte jener zu mir: „Vernimm, was für ein teures Gut dem menschlichen Leben entrückt wurde!“ und begann mit diesen Worten also zu erzählen:
