21. Ende der Söhne des Waddo
Die Söhne aber dieses Waddo durchzogen das Gebiet von Poitiers und begingen viele Verbrechen, Mordtaten und Räubereien. Schon einige Zeit zuvor hatten sie Kaufleute überfallen, sie im Dunkel der Nacht mit dem Schwerte niedergehauen und ihre Sachen geraubt. Sie lockten dann auch einen Mann, der das Amt eines Tribunus bekleidete1 in einen Hinterhalt, erschlugen ihn und nahmen seine Sachen. Da nun der Graf Macco2 diesem Unwesen ein Ende bereiten wollte, S. 136 machten sie sich auf zum König. Und als der Graf an den Hof ging, um gewohnterweise die dem Staatsschatz gebührenden Abgaben abzutragen, erschienen auch sie vor dem König und überreichten ihm ein großes Wehrgehäng, das mit Gold und kostbaren Steinen besetzt war, und ein prächtiges Schwert, dessen Griff war aus spanischen Edelsteinen3 und Gold gearbeitet. Da aber der König erfuhr, daß die Verbrechen, von denen er schon vernommen hatte, offenkundig von ihnen begangen seien, befahl er sie in Ketten zu legen und auf die Folter zu bringen. Und als sie gefoltert wurden, gaben sie an, wo die Schätze ihres Vaters verborgen seien, die er sich einst von der Habe jenes Gundovald, von dem wir oben erzählten, angeeignet hatte4 Sofort wurden Männer abgeschickt, um diese Schätze aufzusuchen, und sie fanden eine ungeheure Menge Gold und Silber, viele Kostbarkeiten und Sachen, die mit Gold und Edelsteinen besetzt waren, und brachten alles in den königlichen Schatz. Danach wurde der ältere Sohn des Waddo enthauptet, der jüngere zur Verbannung verurteilt.
Tribunitiae potestatis virum sagt Gregor mit antikisierender Wendung. Über da» Ami des Tribunen Bd. II. S. 216. Anm. 1. ↩
von Poitiers B. IX. Kap. 41, B. X. Kap. 15.16. ↩
Plinius (XXXVII, 127 und 177) bezeichnet Spanien als Fundstätte von Kristall, Chrysolith und Obsidian. ↩
Über Waddos Teilnahme an Gundovalds Unternehmen, vgl. B. VII. Kap. 28.34..38. 39. ↩
