4. Warum das Vermögen der Novizen nicht zum Nutzen des Klosters verwendet wird.
[Forts. v. S. 61 ] Die Mönche wagen nicht einmal zum Nutzen des Klosters von den Eintretenden Geld anzunehmen, und zwar aus folgenden Gründen: erstens, damit ein Solcher, voll stolzen Vertrauens auf seine Schenkung, es nicht ganz unter seiner Würde halte, sich den ärmeren Brüdern gleich zu stellen; zweitens will man dadurch verhüten, daß derselbe, der ob einer solchen Ueberhebung zur Demuth Christi sich nicht herabzulassen vermag, in der klösterlichen Zucht nicht ausharre, sondern später austrete und, lau geworden, das, was er im Anfang seiner Bekehrung aus Eifer hereingebracht hatte, später nicht ohne Unrecht gegen das Kloster mit sakrilegischer Gesinnung zurückzufordern oder gar zu erzwingen sich erkühne. Wie nothwendig die allseitige Beobachtung dieser Regel sei, wissen die Brüder hinlänglich aus eigener Erfahrung. Denn Einige, die in anderen minder vorsichtigen Klöstern ohne irgend einen Anstand aufgenommen wurden, haben mit entsetzlicher Gotteslästerung die Rückerstattung der von ihnen gebrachten und zum Dienste Gottes verwendeten Gaben zu fordern gewagt.
