11. Die kostbarste Speise der Mönche.
Ebenso übergehe ich nebst vielem Andern auch ihre ungemein strenge und großartige Enthaltsamkeit, bei welcher man es für den größten Leckerbissen hält, wenn ein mit Salz gewürztes und im Wasser erweichtes Kraut, Lapsanium1 genannt, den Brüdern vorgesetzt wird. Solches läßt in unserem Lande weder die klimatische Beschaffenheit noch S. 67 unser schwacher Körperbau zu. Nur das will ich anführen, was keine Schwäche des Fleisches, keine ungünstige Ortsbeschaffenheit hindern kann, wenn nicht die Schwäche der Seele und die Lauheit des Geistes es verbietet.
Lapsanium ist wohl identisch mit lapsana, dessen Plinius hist. nat. XX. 9. erwähnt, einer in die Familie der Compositen gehörigen, kohlartigen Pflanze. ↩
