Ein und dreißigstes Kapitel. Jovianus schließt einen nachtheiligen Frieden.
1. Wiewohl nun das Heer sich in solchen Umständen befand, fiengen doch die Perser an, vom Frieden zu sprechen, und schickten den Surenas nebst andern ab, die bei ihnen in Ansehen stunden. S. 279 2. Jovianus nahm die Friedensvorschläge an, und sandte den Präfekt Salustius, mit ihm den Arinthäus. Durch die wechselsweise gepflogenen Unterhandlungen kam ein Stillstand auf dreißig Jahre zu Stande. 3. Man wurde einig, daß die Römer den Persern das Land der Babdikener abtreten sollten, ferner der Karduener, der Remener, der Zalener, über all’ dieses noch die Vestungen, funfzehen an der Zahl, mit ihren Einwohnern, Gütern, Vieh und allem Vorrathe. ― 4. Nisibis aber solle ohne die Einwohner übergeben werden. Denn diese könnten, wohin es den Römern beliebe, versezt werden1. Auch nahmen die Perser einen großen Theil Armeniens weg2, und gestatteten den Römern nur einen kleinen Theil desselben. 5. Auf diese Bedingungen wurde der Bund geschlossen, und schriftlich von beiden Seiten bestätigt. Hierauf erlaubten die Perser den Römern, in ihr Land zurückzukehren, so, daß sie die Gränzen der Perser nicht verheerten, und ihnen von diesen kein Hinterhalt mehr gelegt wurde.
Die hier abgetretenen Länder waren von Kaiser Maximianus den Persern entrissen worden. Uebrigens nennt sie Ammian Marc. anders, nämlich: Arzanena, Moxoena, Zabdicena, Rehimena und Corduena. Der Stadt Siegara und des Kastells der Mauren, die nach ihm auch abgetreten wurden, erwähnt Z. nicht. ↩
Die schändlichste Bedingung war wohl diese, daß Jovianus den Armenischen König, Arsaces, den treuen Freund der Römer, aufopferte, und der Übermacht Sapors überließ, der sie dann nach der angegebenen Art nüzte, daß er denjenigen Theil Armeniens wegnahm, der an Medien gränzte. ↩
