3. Von den Sängern, und vom Silber des Mummolus
Als aber die Mahlzeit zur Hälfte vorüber war, befahl mir der König, daß ich meinen Diakon, der vor Tagesanbruch bei der Messe das Responsorium(6) vorgetragen hatte, singen S. 257 ließe. Und als dieser sang, verlangte er wiederum von mir, ich möchte alle Bischöfe, die zugegen waren, auffordern, vor ihm zu singen, es sollten dazu einem jeden die Geistlichen seiner Kirche beigegeben werden(1) Nach dem Gebot des Königs forderte ich sie hierzu auf, und ein jeder sang, so gut er konnte, vor dem Könige sein Responsorium.
Als aber die Gerichte aufgetragen wurden, sagte der König: „Alles Silber, was ihr hier sehet, gehörte dem treulosen Mummolus(2). Jetzt ist es, Dank der Gnade Gottes, in unsere Hände gefallen. Fünfzehn Schüsseln, so groß, wie die größte, die dort steht, habe ich schon zerschlagen, und ich habe jetzt nur diese noch behalten und eine andere, einhundertundsiebenzig Pfund schwer. Und was hätte ich auch mehr behalten sollen, als ich zum täglichen Gebrauch bedarf? Denn ich habe leider keinen Sohn als Childebert, und der begnüge sich an den Schätzen, welche ihm sein Vater hinterlassen hat, und an dem, was ich ihm aus der Habe dieses Bösewichts, die zu Avignon sich vorfand, schon übersenden ließ. Was noch übrig ist, soll verteilt werden, um die Not der Armen und der Kirchen zu lindern."
