41. Von denen, die den Bischof Prätertatus ermordeten
Als sich aber durch das ganze Land das Gerücht verbreitete, Fredegunde habe Bischof Prätextatus ermorden lassen, ließ sie, um sich von dieser Beschuldigung zu reinigen, den Knecht, der die Tat vollführte, greifen und furchtbar geißeln. „Du", sagte sie, „hast diese Schmach über mich gebracht, daß du Prätextatus, den Bischof der Stadt Rouen, mit dkm Schwerte durchbohrtest." Und sie überlieferte ihn in die Hände eines Neffen des Bischofs. Als dieser ihn aber auf die Folter spannte, entdeckte der Knecht alles und sprach: „Von der Königin Fredegunde habe ich hundert Goldgulden für diese Tat erhalten, fünfzig vom Bischof Melantius(3), und andere fünfzig vom Archidiakon der Stadt; außerdem erhielt ich das Versprechen, daß ich, sowie mein Weib, die Freiheit erhalten sollte." Bei diesen Worten zog jener sein Schwert und hieb den Mörder in Stücke. — Fredegunde führte Melantius, den sie schon früher zum Bischof eingesetzt hatte, in seine Kirche ein(4).
