17. Daß Christus sich dieser vier Gebetsarten bedient habe.
Der Herr nun hat sich herabgelassen, diese vier Gebetsarten durch sein Beispiel so für uns einzuweihen, daß er auch hierin erfüllte, was von ihm gesagt wird: 1 „Was Jesus zu thun und zu lehren begann.“ Denn die Art des flehenden Sünders nahm er an, als er sprach: 2 „Vater, wenn es möglich ist, so gehe dieser Kelch an mir vorüber;“ auch dort, wo in den Psalmen, wie aus seinem Munde, gesungen wird. 3 „Herr, mein Gott, blicke auf mich; warum hast du mich verlassen?“ Und in ähnlichen Stellen. Eine Anbetung ist es, wenn er sagt: 4 „Ich habe dich auf Erden verherrlicht, ich habe das Werk vollendet, das du mir aufgetragen hast.“ Und wieder: „Und für sie heilige ich mich selbst, damit auch sie geheiligt seien in Wahrheit.“ Eine Fürbitte ist es, wenn er sagt: „Vater, ich will, daß Diejenigen, die du mir gabst, auch dort seien, wo ich bin, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gabst.“ Oder wenigstens, wenn er sagt: 5 „Vater, verzeih’ ihnen, — sie wissen nicht, was sie thun.“ Eine Danksagung ist’s, wenn er spricht: 6 „Ich preise dich, o Herr, du Vater Himmels S. a558 und der Erde, weil du das vor den Weisen und Klugen verborgen, den Kleinen aber geoffenbart hast; ja, Vater, denn so war es dir wohlgefällig.“ Oder sicherlich. wenn er sagt: 7 „Vater, ich danke dir, daß du mich erhört hast; ich wußte aber, daß du mich immer erhörst.“ Obgleich aber unser Herr diese vier Gebetsarten einzeln und zu verschiedener Zeit, wie wir sahen, dargebracht und so unterschieden hat, so hat er doch ebenso durch sein Beispiel gezeigt, daß sie im vollkommenen Gebete zugleich zusammengefaßt werden können, nemlich in jenem umfangreichen Gebete, das wir am Schlusse des Evangeliums Johannis von ihm dargebracht lesen. Da es zu lange wäre, aus dessen Text Alles durchzugehen, so kann man selbst fleissig nachsehen und sich belehren aus der Abfolge des Gelesenen, daß es so sei. — Diesen Sinn drückt auch der Apostel im Briefe an die Philipper deutlich aus, da er diese vier Gebetsarten in etwas veränderter Reihenfolge anführt und zeigt, daß sie zuweilen alle in der Inbrunst einer einzigen dargebracht werden müssen, indem er spricht: 8 „Sondern in Jeglichem werde durch Beten und Abbitten mit Danksagung euer Begehren kund bei Gott.“ Dadurch wollte er uns noch besonders belehren, daß mit dem Anbetungs- und Sühnegebet auch Danksagung und Bitte vermischt werden müsse.
