10. Die Auslegung des Hilarius für: „Ich und der Vater sind eins”.
Immer aber schlägt das Widersprechen der Toren um in den Erweis der Torheit. Was nämlich im Geiste törichten und verkehrten Erkennens gegen die Wahrheit sorgfältig ausgeklügelt wird, alles dieses Gegnerische wird notwendig als falsch und töricht erkannt, da sie (die Wahrheit) unerschütterlich und unbeweglich ist. Auf Grund des Wortes: „Ich und der Vater sind eins”1 haben die Irrlehrer auf die lügnerische Lehre hingearbeitet, daß man nämlich in ihnen2 nicht an die Einheit des Wesens und ihr unterschiedsloses Sein der Göttlichkeit glaube, daß sie vielmehr wegen ihrer wechselseitigen Liebe und S. 18 der Einhelligkeit des Wollens eines seien. Ein Beispiel für eine solche Einheit haben sie, wie wir schon früher zeigten,3 sogar aus den Worten des Herrn vorgebracht: „damit alle eins seien, wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, damit auch sie in uns eins seien.”4
Außerhalb der Verheißungen der Evangelien stellt sich, wer außerhalb ihres Glaubens sich befindet; und durch die bewußte Schuld ungläubiger Erkenntnis ist die schlichte Hoffnung zunichte gemacht worden. Das (verstandesmäßige) Nichtwissen des Glaubensgutes birgt nämlich nicht so sehr Verzeihung als vielmehr Belohnung in sich; ist es doch des Glaubens höchster Lohn, zu erhoffen, was man nicht weiß. Demgegenüber ist es aber das Rasen letzter Ungläubigkeit, das Erkannte nicht zu glauben oder die Erkenntnis des Glaubensgutes verdorben zu haben.
