13. Die Einheit der Gläubigen in Gott wird durch die Menschwerdung des Wortes und das Sakrament der Eucharistie gewirkt.
Doch der Herr hat dem Wissen der Gläubigen nichts als ungewiß zurückgelassen; er hat vielmehr eben diese Wirkung der wesensgemäßen Wirksamkeit mit seinen Worten gelehrt: „Damit sie eins seien, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir; damit sie in der Einheit vollkommen seien.”1 Diejenigen, die bei Vater und Sohn die Einheit des Wollens einführen, frage ich, ob Christus durch sein tatsächliches Wesen heute in uns ist oder durch die Gleichgestimmtheit des Wollens.
Denn wenn in Wahrheit das Wort Fleisch geworden ist und wenn wir in Wahrheit das Fleisch-Wort in der Herrenspeise empfangen: wie vermag man dann zu glauben, daß derjenige nicht wesensmäßig in uns bleibe, der das Wesen unserer Leiblichkeit durch seine Geburt als Mensch schon untrennbar angenommen hat, und das Wesen seines Leibes mit uns vereint hat, (damit wir) durch die geheimnisvolle Teilnahme an seinem Leib zum wesensmäßigen Besitz der Ewigkeit (gelangten)? Denn aus dem Grund sind wir alle eins, weil der Vater in Christus und Christus in uns ist.
Jeder also, der es leugnet, daß der Vater wesensmäßig in Christus ist, der möge zuerst leugnen, daß entweder er (der Leugner) wesensmäßig in Christus oder Christus in ihm sei; denn der Vater in Christus und Christus in uns bewirken unsere Einheit in ihnen.
Wenn Christus also in Wahrheit den Leib unserer Körperlichkeit angenommen hat, und wenn Christus in Wahrheit jener Mensch ist, der aus Maria geboren wurde, S. 22 und wenn wir in Wahrheit im Geheimnis (der Eucharistie) das Fleisch seines Leibes zu uns nehmen [und so eins sein werden, weil der Vater in ihm und er in uns ist]: mit welchem Recht behauptet man da die Einheit des Wollens, da die wesensmäßige sakramentale Eigenart das Geheimnis der vollkommenen Einheit ist?
Joh. 17, 22 f. ↩
