31. Ode
[Forts. v. S. 63 ] Die Abgründe sind zerstört worden vor dem Herrn, und die Finsternis ist vernichtet worden durch seinen Anblick, 2 der Irrtum ist in die Irre gegangen und untergegangen durch ihn, und die Torheit1 bot einen pfadlosen Weg2 und wurde versenkt durch die Wahrheit des Herrn. 3 Er öffnete seinen Mund und redete Güte und Freude und stimmte ein neues Loblied an für seinen Namen, 4 und er erhob seine Stimme zu dem Höchsten und brachte ihm jene als Söhne dar, die in seinen Händen waren, 5 und seine Person wurde für gerecht erklärt, denn also hatte ihm gegeben sein heiliger Vater. 6 Geht hinaus, ihr, die ihr geplagt seid, und empfanget Freude und nehmet eure Seele als Erbe durch seine Gnade und nehmet euch das unsterbliche Leben. 7 Und sie erklärten mich für schuldig, als ich auftrat, S. 64 der ich (noch) niemals schuldig gewesen war, und sie verteilten meine Beute, während ihnen doch nichts geschuldet wurde. 8 Ich aber duldete schweigend und war still, als ob mich von ihrer Seite nichts gerührt hätte, 9 sondern ich stand unbeweglich wie ein feststehender Fels, der von den Wellen gepeitscht wird und standhält. 10 Und ich ertrug ihre Bitterkeit aus Demut, 11 um mein Volk zu retten und als Erbe zu besitzen, und um nicht ungültig zu machen die Verheißungen an die Erzväter, die ich ihnen gegeben hatte, zur Errettung ihres Samens. Hallelujah.
(Zu Ode 31.)
[Forts. v. S. 63 ] 1. S. die 24. Ode. Der Herr in v. 1 und 2 ist Gott selbst; aber in v. 3―5 spricht der Sänger nicht von Gott, sondern vom Sohn Gottes, ohne daß der Übergang angezeigt wäre; diese Verse sind offenbar christlich. 6. Erinnert an Matth. 11, 28, ist aber doch wohl unabhängig davon. 7 ff. Die Rede geht auf einmal (und bis zum Schluß) in die erste Person über. Der ganze Abschnitt ist höchst wahrscheinlich christlich; denn die Verweisung auf Jes. 53 reicht nicht aus. Übrigens macht diese Ode den Eindruck einer Compilation wie Ode 41 und 42. 7. S. II Kor. 5, 5; I Petr. 2, 22. 8. S. Mark. 15, 5; I Petr. 2, 23. 9. Harris vergleicht Ignat. ad Polyc. 3. 10. S. Matth. 11, 29. 11. S. Luk. 1, 55; Röm. 15, 8.
statt שיתותא ܫܝܬܘܬܐdes Textes lies ܂שתיותא ܫܬܝܘܬܐ[in Hubert Grimme, Die Oden Salomos, Syr.-Hebr.-Deutsch, Ein kritischer Versuch, Heidelberg 1911, steht im syr. ....Ṭēṯ,. . . anstelle des 1.Taw bei Flemming-Harnack, wenn ich das richtig gedeutet habe. ↩
wörtl. „ein Nicht-Gehen“ resp. „einen Nicht-Weg“. ↩
