Kapitel XXVIII. Wegen der Anklagen gegen Athanasius beruft der Kaiser eine Bischofssynode in Tyrus ein.
Der Kaiser hatte angeordnet, dass eine Bischofssynode bei der Einweihung der von ihm errichteten Kirche in Jerusalem anwesend sein sollte. Er ordnete daher an, dass sie sich auf dem Weg dorthin zunächst in Tyrus versammeln sollten, um die Anklagen gegen Athanasius zu prüfen, damit sie, nachdem dort alle Streitpunkte beseitigt waren, die Einweihungszeremonien der Kirche Gottes friedlicher vollziehen könnten. Es war das dreißigste Jahr der Herrschaft Konstantins, und so wurden sechzig Bischöfe aus verschiedenen Orten auf Geheiß des Konsuls Dionysius nach Tyrus einberufen. Der Presbyter Makarius wurde in Ketten und unter militärischem Geleit aus Alexandria herbeigeführt, während Athanasius sich weigerte, dorthin zu gehen, und zwar nicht so sehr aus Furcht, weil er an den erhobenen Vorwürfen unschuldig war, sondern weil er befürchtete, dass die Beschlüsse des Konzils von Nicäa geändert werden könnten; er wurde jedoch durch die Drohbriefe des Kaisers gezwungen, anwesend zu sein. Denn es war ihm geschrieben worden, dass er, wenn er nicht freiwillig käme, mit Gewalt geholt werden sollte.
