1. Von Rekkared und seinen Gesandten
S. 3 Nach dem Tode König Leuvigilds von Spanien schloß sein Sohn Rekkared mit Gosuintha, der Witwe seines Vaters, einen Freundschaftsbund und erkannte sie als seine Mutter an. Sie war nämlich die rechte Mutter der Königin Brunichilde, der Mutter Childeberts H., und Rekkared war König Leuvigild von einer andren Gemahlin geboren worden1. Als dieser darauf mit seiner Stiefmutter Rat gepflogen, schickte er an König Gunthramn und Childebert Gesandte und sprach: „Haltet Frieden mit uns und laßt uns ein Bündnis schließen, auf daß ich eures Beistandes mich erfreue und wir, wenn es die Not erfordert, in gleicher Weise in Liebe und Freundschaft einander helfen und beistehen." Als nun die Gesandten, die an König Gunthramn geschickt waren, nach der Stadt Macon kamen, wurde ihnen befohlen hier Halt zu machen. Dorthin sandte der König einige Männer und erfuhr durch diese ihr Vorbringen, wollte aber ihren Auftrag nicht entgegennehmen. Daraus erwuchs in der Folge eine solche Feindschaft zwischen ihnen, daß man Niemand aus Gunthramns Reich erlaubte, in die Städte Septimaniens2 zu kommen. Die Gesandten dagegen, die zu König Childebert kamen, wurden freundlich ausgenommen, sie brachten ihre Geschenke dar, erlangten Frieden und kehrten mit Geschenken zurück.
