25. Childeberts Heer nach Italien
Obgleich nun König Childebert den Langobarden, als sie ihn um seine Schwester als Gemahlin für ihren König baten, bereits dieselbe versprochen und von ihnen Geschenke empfangen hatte(4) sagte er sie doch jetzt den Gesandten der Goten zu, als diese S. 44 kamen, weil er nämlich erfuhr, daß dieses Volk sich zu der recht-gläubigen Lehre bekehrt habe, und schickte eine Gesandtschaft1 an den Kaiser, daß er jetzt, was er früher unterlassen hatte2 das Volk der Langobarden bekriegen und sie im Einverständnis mit ihm aus Italien vertreiben wolle. Er sandte auch sein Heer ab, um jenes Land zu erobern. Seine Feldherrn brachen mit dem Heere auf und zogen dorthin, und es kam mit den Feinden zum Kampfe. Aber die Unsrigen wurden gewaltig aufs Haupt geschlagen, viele wurden getötet, manche gefangen, ein großer Teil entkam zwar, kehrte aber nur mit genauer Not in die Heimat zurück. Eine solche Niederlage erlitt damals das Heer der Franken, daß man sich einer ähnlichen nicht erinnern kann.
Über die Schicksale dieser Gesandtschaft berichtet Gregor B. X. Kap. 2. Auf die Unterhandlungen, die sie führt, beziehen sich Briefe Childeberts und BrunichildeS an Kaiser Mauritius, byzantinische und italische Große, N. 0. kpx. HI, 138 ff. Für den austrasischen Hof war wohl auch der Wunsch maßgebend, die Auslieferung Athanagilds, des Sohnes der Jngunde, des berechtigten Anwärters auf den westgotischen Thron zu erlangen. Vgl. L. M. Hartmann, Geschichte Italiens im Mittelalter B. I11, 69 ff. ↩
B. VI. Kap. 42. B. VIN. Kap. 18. ↩
