32. Von der Feindschaft zwischen Childebert und Gunthramn
Der König aber befahl im Zorn, alle Straßen durch sein Reich zu sperren(3) auf daß keiner aus Childeberts Reich durch sein Gebiet freien Durchzug habe. „Durch seine Treu- S. 52 losigkeit", sagte er, „ist mein Heer vernichtet worden, denn er hat mit dem Könige von Spanien einen Bund gemacht(1) nur deshalb, daß jene Städte nicht unter meine Gewalt kommen sollten, hat er dies angestiftet." Zu diesem Grunde kam noch etwas anderes, was ihn mit bittrem Groll erfüllte; daß nämlich König Childebert seinen älteren Sohn, Theudebert mit Namen, nach Soissons zu senden gedachte(2) Dies vernahm König Gunthramn voll Argwohn und sprach: „Nur deshalb sendet mein Neffe seinen Sohn nach Soissons, um ihn nach Paris ziehen zu lassen, denn er möchte mir mein Reich gern nehmen". Doch das konnte Childebert, wenn ich so sagen soll, nicht einmal in Gedanken tun. Auch gegen die Königin Brunichilde stieß Gunthramn viele Schmähungen aus und sagte, auf ihren Antrieb geschehe dies; sie habe auch, fügte er hinzu, weiland Gundovalds Sohn zu sich eingeladen(3) und wolle sich mit ihm vermählen. Deshalb ließ er auch zum 1. November eine Synode von Bischöfen zusammentreten. Biele aber, die von den äußersten Teilen Galliens zu dieser Zusammenkunft herbeieilten, kehrten schon auf dem Wege wieder um, da die Königin sich von dieser Beschuldigung durch einen Eid reinigte. Darauf wurden auch die Straßen wiederum freigegeben, und Gunthramn ließ die ruhig ziehen, die sich zu König Childebert begeben wollten.
