26. Ein anderer Greis nahm in seiner Zelle niemals allein Speise zu sich.
Ich sah einen Anderen in der Einsamkeit wohnen, der bezeugte, niemals sich allein sein Essen gegönnt zu haben; sondern, wenn auch fünf Tage lang kein Bruder zu seiner Zelle gekommen wäre, habe er immer seine Mahlzeit aufgeschoben, bis er am Samstag oder Sonntag, um sich an der Gebetsversammlung zu erbauen, zur Kirche gegangen sei und auf dem Wege einen Fremden gefunden habe. Diesen habe er auf seinem Rückwege zu seiner Zelle mitgenommen, wo er in Gemeinschaft mit ihm nicht so sehr zur Befriedigung seiner Bedürfnisse als aus Nächstenliebe und des Bruders wegen das Essen verzehrte. ― Wie daher die S. 121 Mönche bei der Ankunft von Brüdern unterschiedslos die Fasten zu brechen wissen, so ersetzen sie nach ihrem Weggange die ihretwegen genossene Mahlzeit durch eine größere Enthaltsamkeit. Denn sie fordern den Genuß der geringsten Speisen nicht bloß durch eine strenge Abtödtung beim Genusse von Brod, sondern sogar durch Verkürzung des Schlafes mit wahrer Härte zurück.
