41. Nach des Abtes Makarius Ausspruch soll der Mönch die Enthaltsamkeit üben, möge er nun ein langes Leben oder jeden Tag den Tod vor sich zu haben glauben.
Noch ein Gebot des seligen Makarius sei hier erwähnt, S. 133 und möge der Ausspruch eines so großen Mannes das Buch über Fasten und Enthaltsamkeit schließen. „So,“ sprach er, „muß der Mönch der Fasten sich befleissen, als ob er hundert Jahre im Leibe verweilen würde; so muß er die Gemüthsbewegungen zügeln, die Beleidigungen vergessen, die Traurigkeit und Schmerzen verachten und die Verluste gering schätzen, als ob er jeden Tag sterben würde. Denn im ersten Falle leitet den Mönch eine nützliche und kluge Einsicht, die ihn immer in gleichmäßiger Strenge wandeln läßt und bei keiner Gelegenheit der Schwäche des Körpers erlaubt, ihn von dem höchsten Gipfel der Tugend in den tiefsten Abgrund der verderblichsten Laster zu stürzen. Im zweiten Falle aber beseelt ihn eine heilsame Großmuth, welche nicht nur das scheinbare Glück dieser Welt zu verachten vermag, sondern auch durch Unglück und Mißgeschick nicht gebeugt werden kann, es vielmehr für klein und nichtig erachtet und stets dahin den geistigen Blick gerichtet hält, wohin man jeden Tag und jeden Augenblick glaubt abberufen werden zu können.
