Werke
Johannes Cassianus (360-435)
De institutis coenobiorum et de octo principalium vitiorum remediis
Von den Einrichtungen der Klöster (BKV)
Fünftes Buch: Von dem Geiste der Unmäßigkeit.
3. Unser erster Kampf muß gegen den Geist der Gastrimargie d. h. der Gaumenlust gerichtet sein.
[Forts v. S. 97 ] Zuerst müssen wir den Kampf gegen die Gastrimargie beginnen, die wir Gaumenlust genannt haben. Indem wir hier hauptsächlich von der Art und Weise des Fastens und der Beschaffenheit der Speisen zu sprechen beabsichtigen, werden wir wiederum auf die Ueberlieferungen und Regeln der ägyptischen Mönche zurückkommen, die bekanntlich eine höhere Strenge in der Enthaltsamkeit und eine große Unterscheidungsgabe besitzen.

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Von den Einrichtungen der Klöster (BKV) |
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Avant-Propos et Préface d'Institutions de Cassien |
Inhaltsangabe
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- Von den Einrichtungen der Klöster (De institutis coenobiorum et de octo principalium vitiorum remediis)
- Erstes Buch: Von der Kleidung der Mönche.
- Zweites Buch: Die kanonischen Vorschriften über die nächtlichen Gebete und Psalmengesänge.
- Drittes Buch: Von dem vorgeschriebenen Officium des Tages.
- Viertes Buch: Regeln für die Novizen.
- Fünftes Buch: Von dem Geiste der Unmäßigkeit.
- 1. Übergang von den Ordensregeln zur Bekämpfung der acht Hauptsünden.
- 2. Obwohl alle Menschen die Ursachen ihrer Fehler in sich tragen, so sind doch nicht alle mit denselben bekannt und bedürfen deßhalb zur Erkenntniß derselben göttlicher Hilfe.
- 3. Unser erster Kampf muß gegen den Geist der Gastrimargie d. h. der Gaumenlust gerichtet sein.
- 4. Nach dem Zeugnisse des Abtes Antonius muß man jede Tugend durch das Beispiel Desjenigen sich aneignen, der sie in besonderem Maße besitzt.
- 5. Nicht Alle können eine einheitliche Fastenordnung beobachten.
- 6. Nicht bloß von Wein wird der Geist berauscht.
- 7. Die Schwäche des Fleisches kann nicht die Reinheit des Herzens verhindern.
- 8. Wie man Speisen begehren und genießen darf.
- 9. Maß der vorzunehmenden Abtödtungen und Mittel gegen schädliche Fasten.
- 10. Zur Erhaltung der Reinheit des Leibes und der Seele ist die Enthaltsamkeit von Speisen nicht hinreichend.
- 11. Die Gelüste des Herzens können nur zugleich mit der gänzlichen Ausrottung der Laster ertödtet werden.
- 12. Dem Kampfe gegen den Geist muß der Kampf gegen das Fleisch zum Vorbilde dienen.
- 13. Wenn wir von dem Laster der Unmäßigkeit nicht frei sind, können wir nimmer an die Kämpfe gegen den inneren Menschen uns heranwagen.
- 14. Überwindung der Gaumenlust.
- 15. Stets muß der Mönch die Reinheit seines Herzens zu bewahren bestrebt sein.
- 16. Der Mönch kann, ähnlich der beim olympischen Wettkampfe üblichen Sitte, die geistlichen Kämpfe nicht bestehen, wenn er im Kampfe wider das Fleisch nicht den Sieg davon getragen hat.
- 17. Die Grundlage des geistigen Kampfes beruht auf dem Kampfe gegen die Unmäßigkeit.
- 18. Durch wie viele Kämpfe und Siege der Apostel die Siegeskrone im höchsten Kampfe errungen habe.
- 19. Der Kämpfer Christi verläßt nicht den Kampf, solang er im Körper weilt.
- 20. Der Mönch darf die Essenszeit nicht überschreiten, wenn er zu den Kämpfen mit dem innern Feinde gelangen will.
- 21. Von dem inneren Frieden und der geistigen Enthaltsamkeit des Mönches.
- 22. Wir müssen die körperliche Enthaltsamkeit üben, um zur Nüchternheit des Geistes zu gelangen.
- 23. Wie die Kost eines Mönches beschaffen sein soll.
- 24. In Ägypten werden nach meiner eigenen Erfahrung bei der Ankunft eines Fremden die täglichen Fasten stets gebrochen.
- 25. Enthaltsamkeit eines Greises, der nach sechsmaligem Genusse von Speisen noch hungerte.
- 26. Ein anderer Greis nahm in seiner Zelle niemals allein Speise zu sich.
- 27. Lob der Äbte Päsius und Johannes.
- 28. Des Abtes Johannes herrliche Lehre, gegeben auf dem Todesbette.
- 29. Abt Machetes schlief nie bei geistlichen Gesprächen, aber beim Anhören weltlicher Geschichten versank er stets in Schlaf.
- 30. Des Abtes Machetes Vorschrift, über Niemanden zu urtheilen.
- 31. Strafrede desselben Greises gegen die Brüder, welche bei geistigen Gesprächen schliefen, aber bei der Erzählung müßiger Geschichten aufwachten.
- 32. Wie Briefe vor dem Lesen verbrannt wurden.
- 33. Abt Theodor löst eine Frage mit Hilfe des Gebetes.
- 34. Welches Studium der Abt Theodor seinen Mönchen empfahl, um Kenntniß in der heiligen Schrift zu erlangen.
- 35. Strafrede des Abtes Theodor, die er um Mitternacht in meiner Zelle hielt.
- 36. Beschreibung der Wüste Diolkus, in welcher Anachoreten leben.
- 37. Von der Nächstenliebe des Abtes Archebius.
- 38. Archebius bezahlt mit seiner Hände Arbeit die Schuld seiner Mutter.
- 39. Durch welchen Vorwand ein Greis dem Bruder Simeon, als er Nichts zu thun wußte, Handarbeit verschaffte.
- 40. Knaben, welche einem entfernten Kranken Feigen bringen sollten, wollten lieber in der Wüste verhungern, als dieselben genießen.
- 41. Nach des Abtes Makarius Ausspruch soll der Mönch die Enthaltsamkeit üben, möge er nun ein langes Leben oder jeden Tag den Tod vor sich zu haben glauben.
- Sechstes Buch: Von dem Geiste der Unreinheit.
- Siebentes Buch: Von dem Geiste der Habsucht.
- Achtes Buch: Von dem Geiste des Zornes.
- Neuntes Buch: Von dem Geiste der Betrübniß.
- Zehntes Buch: Von dem Geiste der Lauheit.
- Elftes Buch: Von dem Geiste der eitlen Ruhmsucht.
- Zwölftes Buch: Von dem Geiste des Hochmuthes.