13. Von den Bischöfen Venerandus und Rusticus zu Arvern
Zu Arvern wurde nach dem Tode des heiligen Artemius Venerandus, ein Mann von vornehmem GeschlechtT zum Bischof eingesetzt Was für ein würdiger Priester er gewesen sei, bezeugt Paulinus, der da sagt: »Wenn du schaust auf die des Herrn würdigen Bischöfe, Exsuperius von Toulouse oder Simplicius von Vienne oder Amandus von Bordeaux oder Diogenianus von Albi oder Dynamius von Angoulånte oder Venerandus von Arvern oder Alithius von Cahors oder jetzt Pegasius von P6rigueux, so wirst du in ihnen, wie groß auch die Laster der Welt sind, doch wahrlich die würdigsten Wächter aller Glaubenstreue und Gottesfurcht finden-A« Venerandus S. 88 aber soll gerade in der Weihnachtsnacht gestorben sein, und als es Morgen geworden war, wurde der Festzug zugleich seine Leichenfeien Nach seinem Tode brach ein greulicher Hader unter den Bürgern der Stadt wegen des Bistums aus. Denn sie teilten sich in verschiedene Parteien, wollten bald diesen, bald jenen wählen und kamen hart aneinander. Als aber die Bischöfe an einem Sonntage beieinander saßen, trat zu ihnen kühn herein eine Nonne, die mit Andacht dem Herrn diente, und sprach: »Höret mich, ihr Priester des Herrn, und wisset, daß Gott kein Wohlgefallen hat an denen, die diese zum Bistum erwählt. Siehe der Herr selbst wird sich heute den Bischof erwählen. Daher bringet nicht das Volk aneinander und erweckt es zum Streit, sondern merkt geduldig nur eine kleine Weile, denn der Herr selbst sendet jetzt den herbei, der seine Kirche leiten foll.« Sie aber wunderten sich noch dieser Rede, da trat plötzlich herein ein Priester aus dem Sprengel der Stadt Arvern selbst, der hieß Rusticus und war derselbige, der dem Weibe schon im Gesicht zuvor gezeigt war. Und als sie ihn erblickt hatte, rief sie aus: »Sehet da den, welchen der Herr erwählt hat! Sehet, welchen Bischof er euch beschieden hat !« Ihn setzet zu eurem Bischof ein.« Als sie aber solches gesagt hatte, schwieg aller Hader unter dem Volk, und sie riefen laut, der sei ein würdiger und gerechter Bischof. Und sie setzten ihn auf den Bischofsstuhl und er wurde unter dem Jubel des ganzen Volks zum siebenten Bischof in dieser Stadt geweiht.
