41. Vom Ende Chararichs und seines Sohnes
Darauf wandte er sich gegen Ehararich1. Denn als er mit Syagrius gekämpft hatte, war Ehararich, obwohl von ihm zu Hilfe gerufen, ferne stehen geblieben und hatte ihm keinen Beistand geleistet, sondern, den Ausgang der Sache erwartend, wollte er mit dem das Band der Freundschaft knüpfen, der den Sieg gewänne. Deshalb hatte Ehlodvvech Groll auf ihn und zog gegen ihn aus. Er nahm aber mit S. 126 List ihn und seinen Sohn gefangen, und ließ beide fesseln und scheren2: Chararich wurde zum Priester, sein Sohn zum Diakou geweiht. Und als Chararich über seine Erniedrigung klagte und weinte, da, erzählt man, sprach sein Sohn zu ihm also; »Am grünen Holz sind diese Zweige verschnitten, aber sie sind nicht dürr, sondern bald werden sie wieder ausschlagen und wachsen3 Möchte doch nur so bald der umkommen, der dies getan!« Solches Wort drang zu Ehlodovechs Ohren, daß sie drohten, ihr Haar wieder wachsen zu lassen und ihn zu töten: da befahl er, sie zu derselben Zeit zu enthaupten, und gewann so nach ihrem Tode ihr Land, ihren Schatz und ihr Volk.
