14. Von den Bischöfen Eustochius und Perpetuus zu Tours
Zu Tours aber wurde, als Bischof Eustochius im— siebzehnten Jahre seines Bistums verstorben war, Perpetuuseingesetzt, als der fünfte Bischof nach dem heiligen MartiUUs. Und da er sah, daß unablässig am Grabe des Heiligen Wunder· taten geschahen, die Kapelle aber, die über seiner Leiche gebaut war, nur klein sei, meinte er, solche Wundertaten bedürften; S. 89 eines andren Baues. Er ließ deshalb die Kapelle abbrechen und baute eine große Kirche1 die noch bis auf den heutigen Tag steht, und sie liegt 550 Schritte von der Stadt entfernt. Sie hat 160 Fuß in der Länge, 60 Fuß in der Breite. Ihre Höhe beträgt bis zur Decke 45 Fuß, im Altarraum hat sie 32 Fenster und 20 Fenster im Schiff, wo 41 Säulen stehen. Jm ganzen Gebäude sind 52 Fenster, 120 Säulen und 8 Türen, wovon 8 auf den Altarraum kommen und 5 auf das Schiff. Das große Fest aber, das in dieser Kirche gefeiert wird, hat eine dreifache Bedeutung, es ist zugleich das Fest der Kirchweihe, der Beisetzung des heiligen Leichnams und der Bischofsweihe des heiligen Martinus. Man feiert es am 4. Julius, den Todestag des Heiligen aber am 11. November. Und wenn man diese Feste im Glauben feiert, wird man in diesem und jenem Leben sich den Schutz des heiligen Bischoss gewinnen. —— Da aber das Gebälk der— früheren Kapelle von zierlicher Arbeit war, schien es dem Bischofe schade, daß ein solches Kunstwerk untergehen sollte. Er brachte es deshalb in einer andern Kirche an, die er zu Ehren der heiligen Apostel Petrus und Paulus baute. Er errichtete auch noch viele andre Kirchen, die bis auf diesen Tag in Christi Namen bestehen.
Die folgende Beschreibung hat Anlaß zu mannigfachen Rekonstrttktiotisoers sUcheU gegeben, z. B. Quich6rat, Målanges ckarchöologie et ckhistoire Il, 30 ff., der auch nachzuweisen versuchte, daß Gregor die Jnfchriften der (558 zerstörten) Airche benutzt habe, die sich in Handschriften der Martinusbiographie des Sulpiciits Severus aufbewahrt finden (vgl. de Rossi, lusc-ript. ein-ist. urbis Raume 11. 186 f.). Bei systematischen Ausgraln1ngen, die 1860———87 in Tours vorgenommen wurden, glaubte man die alte Kirche wieder entdeckt zu haben; dagegen l«ii.-:1.e»v-·ie, Uögljse Satori-Martin de Tours (1.891) ↩
