21. Vom Bischof Eparchius
Als aber zu Arvern der Bischof Namatius gestorben war, folgte Eparchius ein sehr heiliger und gottesfürchtiger Mann. Und weil zu jener Zeit der Kirche nur kleiner Besitz innerhalb der Mauern der Stadt gehörte, hatte der Bischof selbst seine Wohnung in dem Gemach, das man jetzt den Empsangsraum nennt1; dort erhob er sich zur Nachtzeit, um am Altar der Kirche das Loblied zu singen. Und als er einst bei Nacht hin: einkam, fand er die ganze Kirche voll böser Geister und aus dem Bischofssitze ihren Obersten in der Gestalt eines geschmückten Weibes. Da sprach er zu diesem Weibe: »Du versluchte Buhlerin, ist es denn nicht genug, daß du Alles bedeckest mit allerlei Unrat, mußt du auch diesen gottgeweihten Sitz durch die verpestende Berührung deines Leibes beflecken? Weiche aus dem Hause des Herrn, daß es nicht ferner von dir besudelt werde« Sie aber sprach: »Du nennst mich eine Buhlerin, ich will dich schon in Versuchung führen durch die Lüste des Fleisches.« Als sie dies gesagt, verschwand sie wie ein Rauch. Der Bischof erlitt daraus große Anfechtungen von dem Fleisch, aber er wasfnete sich mit dem Zeichen des Kreuzes, und der böse Feind konnte ihm nichts anhaben. Eparchius soll sich auch auf der Höhe des Berges von Chantoin ein Kloster gebaut haben, da wo jetzt ein Bethaus ist; dort pflegte er sich in den Tagen der heiligen Fasten S. 94 von der Welt abzufchließen und dann am grünen Donnerstage unter Hymnengefang und mit einem großen Zuge von Geist. lichen und Bürgern nach seiner Kirche zurück zu ziehen. Nach feinem Tode wurde Sidonius, der früher kaiserlicher Statthalter zu Rom gewesen war2, Bischof; ein Mann von dem vornehmsten Adel nach seiner Stellung in der Welt, von einer der ersten Familien Galliens abstammend, so daß er sogar die Tochter des Kaisers Avitus3 zur Ehe erhielt. Zu seiner Zeit, und zwar als noch Victorius, wie wir oben erzählten, zu Arvern sich aufhielt, lebte auch in derselben Stadt im Kloster des heiligen Cyricus der Abt Abraham, der durch den Glauben und durch die Werke des ersten Abraham sich hervortat, wie wir in feiner Lebensbefchreibung erzählt haben4.
Salukamkjump Die— spätere Sakristei; sie muß sehr geräumig gewesen sein, dem! sie ViCUk CUch Fküchtigety die ein Asyl suchen, zu längcrem Llufenthalh Vgl. unten V11, 22. ↩
Sidonius (geb. ergo-stieg. gest. 479) war i« J— 468 Ptöfect de! SFUVT TO« gewesen. Sein voller Name ist Eajus SolliusModestUB APVUIUUVIS SIVVUIUT o« seinen Werken haben sich noch Gedichte und Brtefe erhalten. St Inm- ↩
455—456; sie hieß Papianillæ Vgl. die vvtt MVMMfEU entworfen« a « tafel des Sidonius, Anat» unt. VIII, S. XLVIL ↩
Leben der Väter Kap. s. ↩
