36. Vom Bischof Quintianus
Viele rwünschten schon damals in allen gallischen Landen von ganzem Herzen, die Franken zu Herren zu haben. So kam es, daß auch der Bischof von Rodez Quintianus um dieser Sache willen aus seiner Stadt vertrieben wurde. Man warf ihm nämlich vor: »Du wünschest, daß die Franken dieses Land besitzen und darin herrschen.« Und wenige Tage danach erhob sich ein Streit zwischen ihm und den Bürgern, und auch die Gothen, die in der Stadt wohnten, schöpften Verdacht, darum daß die Bürger ihm vorwarfen, er wolle sie unter die Herrschaft der Franken bringen, und sie kamen zu dem Entschluß ihn mit dem Schwerte zu richten. Als dies dem Manne Gottes gemeldet ward, erhob er sich bei Nacht mit den Getreuesten seiner Diener, verließ Rodez und kam nach Arvern. Hier nahm ihn der heilige Bischof Eufrasius, der auf Aprunculus von Dijon gefolgt war, freundlich auf, gab ihm Häuser, Åcker und Weinberge, und behielt ihn bei sich. »Das Vermögen unserer Kirche, spkuch er, ist groß genug, uns beide zu erhalten, möge nur die Liebe, welche der heilige Apostel predigt, stets unter Gottes Priestern walten.« Auch der Bischof von Lyon gab ihm etliches S. 118 von der Besitzung, welche seine Kirche zu Arvern hatte. Was sonst vom heiligen Quintianus erzählt wird, die Nachstellungem welche er erduldete, nnd was der Herr ihn auszurichten würdigte, ist in seiner Lebensbeschreibung zu lesen1
Jm Leben der Väter, Katz. 4, i, dem Gregor den größten Teil dieser Erzählung wörtlich entnommen hat. » » ↩
